Robinson Club Amadé: Zeit für Berg und Schnee

Skigebiet Kleinarl

Bergpanorama auf den Höhen von Kleinarl im Skigebiet Amadé. © Foto: Meike Nordmeyer

Es gibt Dinge, die können sich Skifahrer nur schwer vorstellen. „Warum fährst du denn im Winter in die Berge? Du bist doch gar keine Skifahrerin“, werde ich vor meiner Reise nach Kleinarl im Salzburger Land gefragt. Die Antwort ist einfach: Ich liebe die Berge im Winter und kann die alpine Landschaft und den glitzernden Schnee jenseits der Skipisten sehr genießen. Meine Reise führt in den Robinson Club Amadé. Dieser liegt am Rand des Dorfes Kleinarl mit direktem Einstieg in das Gebiet „Ski Amadé“, einem der größten Skigebiete Europas, dem fünf Regionen angehören mit insgesamt 270 Skiliften und Seilbahnen und rund 860 Kilometer präparierten Pisten aller Schwierigkeitsgrade sowie Tiefschnee-Abfahrten. Der Robinson Club Amadé bietet Skikurse in diversen Stufen für Erwachsene und Kinder, die Liftkarten für das gesamte Skigebiet sind ebenfalls im Preis inbegriffen. Aber nicht nur für Skifahrer ist bestens gesorgt. Es gibt auch ein interessantes Alternativprogramm, und genau das möchte ich genauer erkunden.

Die Schneeschuhwanderung steht gleich für den ersten Tag auf dem Programm. „Ja, eine Schneeschuhwanderung ist toll. Aber vorsicht, davon bekommt man starken Muskelkater“, hatte eine Kollegin vor der Reise angemerkt. Nun, ich bin gespannt darauf und lasse mich von der Warnung nicht schrecken. Da passt es ja gut, dass am Nachmittag Wellness mit Massage auf dem Programm steht. Das wird den Muskelkater eindämmen helfen.

Schneeschuhwanderung in Kleinarl

Eine Schneeschuhwanderung macht gute Laune – wie man sieht. Eine geführte Wanderung ist eine von vielen Programmpunkten im Robinson Club Amadé. © Foto: Meike Nordmeyer

Am nächsten Morgen geht es mit Club-Mitarbeiter Daniel los. Mit Conny ist noch eine weitere Nicht-Skifahrerin dabei, und tatsächlich gesellen sich zwei Skifahrerinnen zu uns, die sich zumindest in der ersten Tageshälfte die Zeit genommen haben, die Sache mit den Schneeschuhen mal auszuprobieren. Daniel versorgt uns mit Schneeschuhen und Skistöcken, dann ziehen wir gemeinsam los. Praktisch: Die Gäste des Robinson Clubs in Kleinarl müssen nur die Straße überqueren und etwa 100 Meter weiter laufen und schon stehen sie an der Liftstation. Dort probieren wir die Schneeschuhe einmal kurz an, um zu testen, wie das geht und ob alle Riemen dran sind und richtig sitzen. Dann nehmen wir die Ausrüstung unter den Arm und steuern den Lift an. Die Schneeschuhe in der einen Hand, in der anderen die Skistöcke und dann einen Hopps in den Sessellift – achja, da kommt ja auch noch der Bügel runter. Moment, jetzt drücken sich die sperrigen Schneeschuhe gegen meine Oberschenkel und dumm, dass sich da gerade die gezackte Kralle der Unterseite befindet, die sich unsanft an meinem Bein bemerkbar macht. Und die Stöcke hängen auch irgendwie quer. Das muss ich im Anschlusslift besser managen. Jenny neben mir hat ähnliche Probleme. Da müssen wir lachen. Plötzlich bekommen wir feinen kalten Glitzer ins Gesicht gepustet, denn der Lift führt in Reichweite an den summenden Schneekanonen vorbei. Das Wetter ist sonnig und klar an diesem Vormittag. „Es sind ideale Bedingungen für die Maschinen, also laufen sie ständig, auch wenn derzeit genug Schnee da ist“, erklärt Daniel.

Als wir in den nächsten Sessellift umsteigen, geht das Händeln der Ausrüstung schon wesentlich besser. Angekommen an der Skihütte Almstüberl auf circa 1890 Metern Höhe erwartet uns ein prächtiges Bergpanorama, das wir erstmal in Ruhe bewundern, während die Skifahrer direkt lossausen und rechts und links an uns vorbeizischen. Über dem Tal liegt ein hauchdünner weißer Schleier. „Der entsteht durch die Beschneiung mit den Schneekanonen“, bestätigt Daniel. Inzwischen haben wir alle die Schneeschuhe angeschnallt. Robin Daniel stapft los und wir vier Frauen im Gänsemarsch hinterher.

Schneeschuhwanderung

Beim Schneeschuhwandern kann man jederzeit innehalten und in Ruhe das Bergpanorama genießen. © Foto: Meike Nordmeyer

Wir laufen zu dem nahegelegenen Gipfel Mooskopf, der auf 1960 Meter Höhe liegt. Das erste Stück geht besonders steil hoch, denn wir müssen erstmal von der Piste weg den unberührten Tiefschnee erreichen. Gänsemarsch ist die richtige Bezeichnung. Denn das Laufen mit den stark vergrößerten Füßen erinnert ans Watscheln. Die orangefarbenen Aluteile durch den Tiefschnee zu führen, ist nicht schwierig, aber durchaus anstrengend. Da muss einjeder erstmal in den richtigen Tritt kommen. Schnell sind die ersten Schnaufer zu hören. Das entgeht Daniel nicht. Er stoppt, zeigt auf die prächtige Bergkulisse und lässt uns erstmal atmen und genießen. Das ist das Schöne am Ausflug mit den Schneeschuhen: Die Wanderer können jederzeit anhalten und in Ruhe schauen.

Dann stapfen wir in Serpentinen weiter Richtung Gipfel. Der Schnee knirscht bei jedem Schritt, und wir erlaufen eine lockere, rieselige Spur. Rechts und links davon hinterlassen die Skistöcke kleine Tupfer im Schnee. Jenny bleibt stehen und schaut fasziniert nach unten. „Diese Löcher schimmern blau, das sieht so schön aus“, murmelt sie während sie ihr iPhone zückt, es dicht über den Schnee hält und knipst. Schon bald haben wir den Mooskopf erreicht. „Von hier aus kann man zwei Drittel der Österreichischen Berge sehen“, erklärt Daniel. Auch der Großglockner wäre zu erkennen, wenn ihn nicht gerade eine dichte Wolkenmasse eingewickelt hätte. Wir lassen uns Zeit, schauen, staunen, fotografieren und schwärmen. Auch die beiden Skifahrerinnen sind froh, den Vormittag für dieses Alternativprogramm freigehalten zu haben.

Wie das mit den Schneeschuhen denn jetzt beim Runterlaufen gehe? „Können wir da ins Rutschen kommen?“, erkundige ich mich. „Man muss das Gewicht ein bisschen nach vorne verlagern. An der Spitze der Schuhe sind ja die Krallen. Da kann gar nichts passieren“, erklärt Daniel. Auf der anderen Seite des Gipfels geht es auf vom Wind festgewehten Schnee steil bergab. Die ersten Schritte sind mir nicht ganz geheuer. Doch das Gefühl verschwindet schnell. Man muss nur ein bisschen in den Knien federn und kräftig treten. Es geht ganz leicht, und es ist ein großes Vergnügen. Mit roten Wangen, wohlig angestrengt und mit Licht in den Gesichtern kommen wir zurück zum Almstüberl. Wir bestellen heißen Kakao, Kaffee und Almdudler. Schnell sind die Schneeschuhe abgeschnallt. Die ersten Schritte ohne die Aluteile fühlen sich lustig leicht an. „Eine Schneeschuhwanderung muss man unbedingt machen“, sind wir uns alle einig.

Wellness im Robinson Club Amadé

Wellness im Robinson Club Amadé: Massage mit Ingwer-Honig-Öl und Edelsteinen. Zum Einsatz kommen Roter Jaspis, Kugeln aus Schneeflocken-Obsidian und Massagestäbe aus Bergkristall.
© Foto: Meike Nordmeyer

Während die beiden Skifahrerinnen am Nachmittag auf die Piste gehen werden, haben Conny und ich Wellness gebucht. Ein ausgeklügelter Plan, wie wir beide finden. Nach dem Stapfen kommt also das Kneten: Auf dem Programm steht eine Robinson Feel Energy Massage, die in der Wintervariante mit Ingwer-Honig-Öl gestaltet wird. „Es geht vor allem um Entspannung, darum wird es eine sanfte Massage“, kündigt Therapeutin Bettina an. Mit kaum spürbarem Druck lässt sie ihre Hände flink über meine Haut gleiten. Die Streich-Bewegungen folgen so dicht aufeinander, dass es sich anfühlt, als hätte die Therapeutin mindestens sechs Hände im Einsatz. Während ich mit geschlossenen Augen vor mich hin dämmere, legt sie mir zwei Edelstein-Kugeln in die Hände. Das Material: gefleckter Schneeflocken-Obsidian, wie sie mir vor der Behandlung erklärt hat. Es sei ein Stein, der die Durchblutung anrege, schmerzlindernd und entspannend wirke. Flache Steine aus rotem Jaspis legt Bettina zudem gezielt auf energetisch zentrale Punkte des Körpers. Mein Gesicht massiert sie sanft mit Bergkristall-Stäben. Ich habe um mich herum alles vergessen und bin längst tiefenentspannt.

Wie es weitergeht im Robinson Club? Am Abend sind Skifahrer und Nichtskifahrer wieder fröhlich vereint bei einer Partie Eisstockschießen auf der Bahn direkt vor dem Club-Gebäude. Für den nächsten Tag ist im Alternativprogramm ein Ausflug in die nur rund 70 Kilometer entfernte Mozart-Stadt Salzburg vorgesehen. Und siehe da, als sich herausstellt, dass Schneefall angesagt ist und somit nicht das beste Wetter auf der Piste herrschen wird, nehmen auch einige Skifahrer die Gelegenheit wahr und melden sich zur Fahrt nach Salzburg an. Und übrigens: Vom Muskelkater habe ich am nächsten Tag nichts gespürt.
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Zu der Reise haben der Robinson Club Amadé in Kooperation mit World of TUI eingeladen.

Im Robinson Club Amadé gibt es kostenfreies, schnelles WLAN im gesamten Clubbereich, auch auf den Zimmern. Top!

Weitere Informationen zum Club und zum Skigebiet:
Robinson Club Amadé
Skigebiet Amadé

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Meike Nordmeyer

Über Meike Nordmeyer

Hier bloggt Meike Nordmeyer, freie Journalistin aus Wuppertal. Auf ihrem Reiseblog meikemeilen schreibt sie über ihre Reisen rund um die Welt, und ihre liebsten Themen sind dabei Kultur und Genuss.
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Eine Antwort auf Robinson Club Amadé: Zeit für Berg und Schnee

  1. Heidi sagt:

    Guter Bericht. Im nächsten Winter lockt der Schnee!

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