Reiselust mit Ingwer in Vietnam

Am Strand von Danang in Vietnam

Regen am Strand von Danang. © Meike Nordmeyer

Wo ich in Vietnam hinkomme, der Ingwer ist immer schon da. Und das ist gut so. Der Regen prasselt auf die Terrasse und die weitläufige Pool-Landschaft im Hyatt Regency Danang. Der prächtige Sandstrand ist hinter diesem Regenschleier nur zu erahnen. Es ist Mitte September, da müssen Besucher in Vietnam mit Schauern rechnen. Die Regenzeit beginnt allmählich, das Wetter ist bereits wechselhaft. Nach dem langen Flug von Frankfurt Main mit hektischem Umsteige-Stopp in Saigon kommt unsere kleine Reisegruppe bestehend aus vier Frauen müde und durstig im Hotel an. Das Empfangskomitee begrüßt uns herzlich und reicht uns ein erfrischendes Getränk aus Grünem Tee, Ingwer und Limette. Leicht süß und mit dezenter Schärfe von dem Wurzelgewächs – das perfekte Getränk für diesen Moment. Da kommen die Lebensgeister wieder zurück.

Hyatt Regency Danang in Vietnam

Und dann scheint doch noch die Sonne. Pool-Landschaft mit Blick auf den Strand im Hyatt Regency Danang.
© Meike Nordmeyer

Schon zu Hause hatte ich mich gefreut auf das aromatische vietnamesische Essen. Schweinefleisch in einer mit Ingwer, Knoblauch und Zitronengras gewürzten Marinade ist ein Standard-Gericht, das mich immer wieder entzückt. Das und vieles mehr wie beispielsweise feine Meeresfrüchte genießen wir am Abend im Beach House, eines der drei verschiedenen Restaurants des Hyatts in Danang. Das Hotel ist noch jung. Es wurde im Oktober 2011 eröffnet. Seine Lage in Zentralvietnam bietet die Gelegenheit zu Badeurlaub sowie zu Tagesausflügen in die Kaiserstadt Hue und in die Schneiderstadt Hoi An. Beides Ziele, die zu einer Vietnam-Reise unbedingt dazu gehören sollten.

Doch zurück zum Ingwer. Die Power-Wurzel ist nicht nur köstlich und gesund als Zutat von Speisen und Getränken. Sie ist ebenso wirksam bei der äußerlichen Anwendung. Aus dem Spa-Programm im Hotel wähle ich für den Tag nach den Ausflügen die Massage mit heißen Kräuter-Kompressen aus. Diese Anwendung kommt ursprünglich aus Thailand. Im Hyatt Danang wird sie in vietnamesischer Variante angeboten. Denn die stempelförmigen Stoffbeutel in verschiedenen Größen sind mit Ingwer und der in Vietnam ebenfalls sehr verbreiteten Wasserhyazinthe gefüllt.

Spa mit Ingwer in Vietnam

Spa im Hyatt Danang: Kräuterkompressen mit Ingwer und Wasserhyazinte. © Meike Nordmeyer

Den Auftakt des Spa-Programms bildet erstmal ein Fußbad im warmen Wasser, in dem Limettenscheiben und Minzblätter schwimmen. Unterdessen werden die Stoffsäckchen bereits mit Wasserdampf aufgewärmt. Zu der Behandlung gehört vorab eine Massage. Zur Auswahl stehen dafür verschiedene Öle mit Orangen-Extrakten, Eucalyptus oder Ingwer. Da muss ich nicht lange überlegen. Was für ein wohliges Gefühl, mit Ingwer-Öl durchgeknetet zu werden und dann die warmen Kräuterstempel auf der Haut zu spüren. Im Ohr habe ich dabei noch das Wellenrauschen vom südchinesischen Meer. Denn zuvor war noch Gelegenheit, zwei Stunden bei  Sonnenschein und strahlend blauem Himmel den breiten Sandstrand vorm Hotel zu genießen. Störend war dabei allein der Gedanke, am Nachmittag abreisen zu müssen. Doch zum Glück haben wir noch eine weitere spannende Station unserer Reise vor uns: Einen Aufenthalt im Park Hyatt Saigon mit einem Tagesausflug ins Mekong Delta.

Im Mekong Delta in Vietnam

Bootstour im Mekong Delta. © Meike Nordmeyer

Von Saigon sind es etwa 1,5 Stunden Fahrt bis My Tho im Mekong Delta. Dort startet eine Bootstour in die Wasserlandschaft, die der große Strom mit seinen weitverzweigten Flussarmen bildet. Unzählige kleine Kanäle kommen hinzu. Irgendwo in diesem dichten Netz aus Wasserstraßen steigen wir um in ein schmales Ruderboot. Eine Vietnamesin, die einen traditionellen Strohhut trägt, hockt vorne an der Bootsspitze, ein Kollege von ihr hinten. Die beiden steuern und rudern uns ruhig und konzentriert die schmalen Kanäle entlang, die dicht gesäumt sind von Wasserpalmen. Einheimische kommen uns mit ihren Ruderbooten entgegen und schauen ebenso neugierig wie wir. Manchmal stößt das Holz ihrer Boote mit einem kurzen dumpfen Ton an das von unserem. Palmenblätter streifen unsere Köpfe. Das Wasser ist hellbraun wie dünner Milchkaffee. „In einem Kubikmeter Wasser sind 600 Gramm Schlamm enthalten“, berichtet unser Reiseleiter Nguyen Van Manh. Er spricht fließend Deutsch, denn er hat zu DDR-Zeiten in Chemnitz studiert. Damals, als die Stadt in Sachsen noch Karl-Marx-Stadt hieß.

Irgendwo ragt ein kleiner Bootssteg aus dem trüben Wasser – unsere Anlegestelle. Die erweist sich als rutschig, denn der letzte Regenschauer ist noch nicht lange her. Vorsichtig kraxeln wir an Land, laufen auf einem schmalen Weg vorbei an Bananenstauden und dürren, aber dicht mit Früchten behangenen Papaya-Bäumen zu dem kleinen Dorf Tan Thach. Kaum ist es als solches auszumachen, so versteckt liegen die Hütten in der dichten, sattgrünen Vegitation. In einer kleinen offenen Halle, in der wir Grünen Tee gereicht bekommen, dampft es in einer Ecke leicht. Dort dreht sich unermüdlich eine Rührmaschine. Aus frisch geernteten, noch grünen Kokosnüssen wird ein Karamell hergestellt und zu verschiedenen Sorten von Bonbons weiterverarbeitet. Die noch warme weiche Rohmasse der Bonbons dürfen wir probieren. In verschiedenen Sorten, entweder Kokos pur oder mit Kakao oder Erdnüssen darin, gibt es die Nascherei zu kaufen. Und natürlich hat der Familienbetrieb an seinem kleinen Verkaufsstand auch Ingwer im Angebot. Dünne kandierte Scheiben, leicht süß, leicht scharf. Vorzüglich. Ich greife zu. Und auch Manh hält die Anschaffung für eine gute Idee. „In Deutschland ist es im Winter kalt. Da ist es sehr gut, Ingwer zu essen“, rät er mir, und wir sind uns natürlich einig.

Voller neuer Eindrücke fahren wir abends nach Saigon zurück. Ho-Chi-Minh-Stadt ist der offizielle Name der Stadt. Doch diese Bezeichnung benutzt niemand im lockeren Gespräch. Der Name wird nur zu förmlichen Anlässen oder in der Schriftsprache verwendet. Genüsslich schlürfen wir am späten Abend einen Cocktail auf der Dachterrasse des berühmten Rex-Hotels im Zentrum von Saigon, das nur wenige Schritte vom Park Hyatt Saigon entfernt ist. Das Rex-Hotel wurde während des Vietnam-Krieges weltbekannt. In der umkämpften Stadt trafen sich dort die Journalisten, und so war das Haus häufig weltweit in den Nachrichten zu sehen. Für Touristen ist es ein Muss, an diesem historischen Ort einzukehren. Auch hier bleibt mir die gewisse Wurzel ein treuer Begleiter: Ein Ingwer-Caipirinha ist eine tolle Idee. Der Drink enthält die gewohnten Zutaten und zusätzlich schwimmt frisch geriebener Ingwer darin und gibt die besondere Note. Ingwer in Vietnam – man trifft ihn immer wieder, auch beim Cocktail am Abend.

Park Hyatt Saigon

Das Park Hyatt Saigon liegt im Herzen der Stadt, direkt an der Oper und nah beim Rathaus. © Foto: Hyatt

Ein sehr geschätzter Treffpunkt am späteren Abend ist auch die elegante Martini-Bar im Park Hyatt Saigon. Dorthin kehren nicht nur die Gäste des Hotels ein, auch vielen Einwohnern der Stadt ist sie ein Begriff. Das bestätigt auch Yves Van Kerrebroeck, Manager aus Belgien, der schon seit vielen Jahren in Saigon lebt. An diesem schönen Ort nehmen wir kurz vor der Abfahrt zum Flughafen einen Abschiedstrunk. Caipirinha angereichert mit kleinen Erdbeer-Stückchen und ganzen Litschies, die auf dem zerstoßenen Eis obenauf liegen – das sieht chick aus und schmeckt sehr besonders. Wie schade, dass die Reise nun schon endet. Es bleibt nur noch Zeit für ein letztes Getränk – da rundet ein Ingwer-Martini den Aufenthalt in Vietnam stilecht ab.

________
Zu der Pressereise haben Hyatt Hotels und Resorts, Vietnam Airlines und Lotus Travel Service eingeladen.

Zum Weiterlesen

Meike Nordmeyer

Über Meike Nordmeyer

Hier bloggt Meike Nordmeyer, freie Journalistin aus Wuppertal. Auf ihrem Reiseblog meikemeilen schreibt sie über ihre Reisen rund um die Welt, und ihre liebsten Themen sind dabei Kultur und Genuss.
Dieser Beitrag wurde unter Danang, GENUSS, Mekong Delta, Saigon, Vietnam abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf Reiselust mit Ingwer in Vietnam

  1. Michi_W76 sagt:

    Bei deinen Berichten bekommt man echt Lust auf Vietnam! Und das, obwohl ich meinen letzten Besuch weniger toll in Erinnerung habe. Irgendwas hab´ ich falsch gemacht. Wahrscheinlich war deine Art des Reisens empfehlenswerter, als mein Backpacking. Danke für die schönen Eindrücke und Bilder!

  2. Ob mit oder ohne Ingwer, dein Bericht macht Lust auf Vietnam.

  3. Tanja sagt:

    Ingwer-Fan bin ich schon und ich glaube Vietnam-Fan könnte ich auch werden. Ist es doch auch eine heimliche Wellness-Perle mit wunderschönen Spa- und Wellness-Resorts, wie man sie hier, eben noch gar nicht kennt. :-) Leider war ich selber bisher auch noch nicht dort. Was nicht ist, kann aber natürlich noch werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.