Verpackungskunst im Park Sanssouci

Schutzhütten für Skulpturen im Park Sanssouci

In der kalten Jahreszeit schützen diese Holzhütten die Marmorskulpturen im Park Sanssouci vor Frostschäden. © Foto: Meike Nordmeyer

Potsdam packt aus. Endlich ist der Frühling da, und auch die Parkanlage von Schloss Sanssouci ist aus dem Winterschlaf erwacht. Krokusse färben die Wiesen zartlila. Büsche und Bäume sind voller Knospen, manche tragen schon Blüten und erste zartgrüne Blätter. Auch die zahlreichen Skulpturen am Rand der Wege schlüpfen gerade wieder hervor. Während des Winters schienen sie sich regelrecht verkrochen zu haben. Zum Schutz vor Frostschäden haben die fast 250 Marmorskulpturen im Park Sanssouci eine sogenannte Verschalung erhalten. Dabei handelt es sich nicht um irgendeine Art von Schale, sondern vielmehr um passend gezimmerte Holzhütten, allesamt in hellgrauer Farbe angestrichen. Jede Skulptur im Park bekommt für die Winterzeit ihre eigene Hütte und wird damit eingehaust, wie es so schön heißt. Und jetzt ist der Frühling da. Jetzt wird wieder ausgehaust.

Schutzhütten für Skulpturen im Park Sanssouci

In die Holzhütten werden die Marmorskulpturen eingehaust, wie es im Fachjargon heißt. © Foto: Meike Nordmeyer

Es handelt sich zwar um reine Schutzhütten, doch sie sehen so charmant aus, wie sie sich im Schlosspark aufreihen. Es ist vor allem die Ähnlichkeit zu Strandhütten, die sie so sympathisch macht. Nach bester Manier von Verpackungskunst gelingt mit den zweckmäßigen Holzbauten außerdem noch viel mehr: Indem sie den Blick verwehren, weisen sie gerade besonders auf das Verhüllte hin. Dem geneigten Besucher fällt sogleich auf, wie viele Häuschen da den Weg säumen und wie viele Skulpturen also bald wieder zu sehen sein werden. Insgesamt etwa drei Wochen sind die Auspackertrupps im Schlosspark unterwegs bis sie alle Statuen, alle Marmorvasen, teilweise auch Brunnen und andere schützenswerte Objekte ausgehaust haben. Für dieses Jahr haben sie es bald geschafft, fast alles ist mittlerweile ausgepackt.

Marmorvase wieder ausgepackt

Ausgehaust: Diese prächtige Marmorvase ist nun wieder an der frischen Luft. © Foto: Meike Nordmeyer

Diese einfache doch wirkungsvolle Art, Skulpturen und Bauteile im Winter zu schützen, ist in Potsdam erfunden worden, wie Reiseführerin Doris Weinkauf betont. Seit etwa zehn Jahren werde das nun schon so gemacht. Mit den fast 250 Marmorskulpturen gibt es im Park von Schloss Sanssouci den größten im Freien befindlichen Bestand unter den klimatischen Verhältnissen nördlich der Alpen. Der witterungsbedingte Verfall ist deshalb ein großes Thema. „Vorher hat man verschiedene Versuche gemacht, die Objekte im Winter mit Folie zu verpacken oder eine Umhüllung aus Plexiglas einzusetzen. Aber das war alles zu aufwändig, zu teuer und auch sehr anfällig für Zerstörung“, berichtet Weinkauf. Mit den Hütten aus Holz hat man schließlich die perfekte Vorgehensweise gefunden. Längst haben zahlreiche andere Städte in Deutschland und in den Nachbarländern die Potsdamer Methode übernommen, weil sie sich so gut bewährt hat.

In Sanssouci heißt es nun: Der Frühling ist da. Es ist ausgehaust!

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Der Besuch von Schloss Sanssouci gehörte zum Programm eines Reiseblogger-Treffens im April 2013 in Potsdam. Unterstützt wurde das Reiseblogger-Treffen vom Tourismus-Marketing Brandenburg, TMB, in Zusammenarbeit mit dem Hotel Mercure Potsdam City.

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Meike Nordmeyer

Über Meike Nordmeyer

Hier bloggt Meike Nordmeyer, freie Journalistin aus Wuppertal. Auf ihrem Reiseblog meikemeilen schreibt sie über ihre Reisen rund um die Welt, und ihre liebsten Themen sind dabei Kultur und Genuss.
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6 Antworten auf Verpackungskunst im Park Sanssouci

  1. Pingback: Zeitgeist in Potsdam | – meikemeilen –

  2. der Muger sagt:

    Über diese komischen Häuschen habe ich mich neulich auch gewundert. Ich dachte, das ist Kunst und muss wohl so sein …
    liebe Grüsse vom Muger

  3. meikemeilen meikemeilen sagt:

    Freut mich sehr, dass ich zur Aufklärung beitragen konnte! Viele Grüße, Meike

  4. Pingback: Wenn Regionen Bloggertreffen & -workshops unterstützen | Kristine Honig

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