Silvesterreise: Mini-Kreuzfahrt mit Maxi-Party

Silvesterreise in den Amsterdamer Hafen

Höhepunkt der Silvesterreise: Es ist ein unvergessliches Erlebnis, das Silvesterfeuerwerk im Amsterdamer Hafen vom Deck eines großen Schiffes aus zu beobachten.
© Foto: Meike Nordmeyer

Von IJmuiden nach Amsterdam und zurück – das ist die vielleicht kürzeste Kreuzfahrt der Welt. Mit einer verdammt langen Party. Denn die Princess Seaways der Reederei DFDS fährt die insgesamt etwa 28 nautical miles oder rund 50 Kilometer in der Silvesternacht. Da wird natürlich kräftig gefeiert. „Mini Moonlight Silvester Cruise“ nennt sich die Silvesterreise – eine tolle Unternehmung, um das neue Jahr zu begrüßen.

Mit fast 700 Passagieren fährt das große Kreuzfährschiff die kurze Strecke auf dem Nordseekanal. Auf Einladung von DFDS habe ich gemeinsam mit einer Freundin eine Kabine für die Silvesterreise gebucht. Mit dabei sind vier weitere Reiseblogger: Simone mit ihrem Blog nach-Holland, Olivia von Teilzeitreisender, Ingo von Reisewahnsinn und Hubert von Travellerblog.

Silvesterreise - Einschiffen in Ijmuiden

Ankunft in IJmuiden am letzten Nachmittag des Jahres 2013. Hier liegt schon die Princess Seaways von DFDS bereit für die Silvesterreise in den Amsterdamer Hafen.
© Foto: Meike Nordmeyer

Der letzte Tag des Jahres 2013 fängt ganz entspannt an. Ich werfe am Vormittag ein paar Sachen in meinen kleinen Trolley. Für die Party packe ich einen schwarzen Rock, ein schwarzes Top mit Pailetten und eine fuchsiafarbene Jacke mit gefächertem Satinkragen dazu –  ein bisschen schick soll es an Silvester ja schon sein. Zum Umziehen wird genug Zeit sein auf dem Schiff. Gegen Mittag hole ich meine Freundin Nicole mit dem Auto ab, und dann düsen wir von Wuppertal nach IJmuiden. Inklusive einer Kaffeepause unterwegs kommen wir nach knapp 3,5 Stunden am Felison Terminal in IJmuiden an. Dort wartet schon das große Schiff, unsere Silvester-Prinzessin auf uns. Einen Parkplatz zu finden, ist kein Problem. In Sichtweite zum Terminal können wir das Auto kostenfrei am Straßenrand abstellen. Wie praktisch!

Das Einchecken geht schnell. Wir legen am Schalter im Eingangsbereich des Terminals die Buchungsbestätigigung und den Personalausweis vor und erhalten unsere Kabinenkarten. Ein paar Schritte weiter zeigen wir die Karten nochmal vor. Zu unserer Überraschung werden dort die eintreffenden Passagiere unterteilt, die englischen und niederländischen Reisenden werden auf einen anderen Weg durchs Terminal geleitet. Auf Nachfrage erfahren wir, dass für diese rund 850 Gäste die King Seaways für die gleiche Silvesterreise bereitsteht.

Die Kabine

Unsere Kabine auf Deck 2 – klein und funktional.
© Foto: Meike Nordmeyer

Zur Begrüßung an Bord erhalten wir eine rote Rose und einen kurzen Hinweis, wie wir zu unserer Kabine finden. Wir fahren mit dem Aufzug in den Schiffsbauch, ganz unten auf Deck 2 sind wir untergebracht. Dort wollen wir vorerst nur schnell die Taschen abstellen. Die Kabine ist klein und schmucklos, aber funktional und sauber. Für zwei Personen ist es schon etwas eng, wie wir später beim Umziehen merken. Dabei befinden sich über den beiden regulären Betten sogar noch zwei weitere zum Ausklappen. Aber die Princess Seaways ist auch eher als ein großes Fährschiff und kein Luxus-Kreuzfahrtschiff für ausgedehnte Touren zu betrachten. Für die wenigen Stunden, die wir auf dieser Fahrt in der Kabine weilen werden, reicht es allemal.

Meike an Deck der Princess Seaways

Ein stimmungsvoller Auftakt der Tour: Der Hafen von IJmuiden ist in blaues Abendlicht getaucht.
© Foto: Nicole / Meike Nordmeyer

Nun aber schnell wieder nach oben. Wir fahren hoch auf Deck 8 und treten gerade rechtzeitig nach draußen. Das letzte Abendlicht des Jahres verdichtet sich immer mehr zu einem betörenden, kräftigen Blau. Die Lichter im Hafen bilden unzählige goldgelbe, rote und vereinzelt grüne Punkte, manche blinken. Wir atmen tief durch, genießen diese besondere Stimmung und den Ausblick von allen Seiten des Schiffs auf den Hafen, auf die Schleusenanlagen, die vor uns liegen, auf die Industrieanlage auf der anderen Seite des Kanals und nach hinten raus auf die Nordsee. „Ach, jetzt eine Fahrt aufs offene Meer hinaus, das wäre auch schön“, seufzt Nicole. Auf so einem großen Schiff stellt sich natürlich sofort das Fernweh ein.

Columbus Club - ein Platz mit Ausblick

Im Columbus Club – ein schöner Platz mit Blick auf den Nordseekanal. © Meike Nordmeyer

Allmählich wird es uns doch zu kalt auf Deck. Also gehen wir hinein und schlendern in den Columbus Club. Es ist mittlerweile kurz nach 17 Uhr. Die Bar hat schon seit 15 Uhr geöffnet. Dort herrscht bereits fröhliche Stimmung. Wir treffen die anderen Reiseblogger, sichern uns einen Platz mit Ausblick auf den Kanal und bestellen Bier. Schon bald beginnt die Band zu spielen. Sie lockt mit schmissigen Party-Hits die ersten Gäste auf die Tanzfläche. Bei uns am Tisch ist erstmal Entspannung angesagt. Wir erzählen, scherzen, twittern, bestellen mehr Bier und freuen uns auf diese besondere Silvesternacht.

Für 18 Uhr steht die Abfahrt im Programm. Gegen 18.30 Uhr fangen wir allmählich an, uns zu wundern, warum das Schiff noch nicht losgefahren ist. Eigentlich ist es ja egal. Doch als sich um 19 Uhr immer noch nichts getan hat, werden wir neugierig und fragen nach. Nun heißt es, um 20 Uhr soll es los gehen. Gegen 20.15 Uhr sind Nicole und ich längst zurück von unserem Abstecher in den Bord-Shop und unserem Weg in die Kabine, wo wir unsere schicken Klamotten angezogen haben. Wir sitzen wieder gemeinsam mit den anderen an dem Fensterplatz im Columbus Club und sind nun auf Cocktails umgestiegen. Doch das Schiff fährt immer noch nicht. Außer uns scheint sich niemand darüber zu wundern. Die Party hat bereits mächtig zugelegt. Die Tanzfläche ist voll. Inzwischen tragen zahlreiche Gäste bunte, glänzende Hütchen. Denn viele Passagiere sind bereits vom Abendbuffet wieder zurück und haben den Party-Schmuck von den Tischen mitgebracht. „Da tut sich was“, ruft auf einmal Hubert, und siehe da, die King Seaways hat abgelegt und zieht langsam an unserem Fenster vorbei. Eine Viertelstunde später, gegen 20.45 Uhr, ist es dann auch für unsere Princess soweit: Wir legen ab und nehmen Kurs auf die Schleusen.

Moccacreme auf dem Buffet

Zum Abschluss nach einem üppigen Buffet: Die Moccacreme hat es mir besonders angetan.
© Foto: Meike Nordmeyer

Kurz darauf müssen wir leider unseren schönen Fensterplatz aufgeben, denn aus unserer Gruppe sind alle für 21 Uhr zum Silvester-Menü eingetragen. Im Restaurant „7 Seas“ erwartet uns ein üppiges Buffet. Lachs, Eierhälften, dekorativ angerichtet mit Kaviar darauf, Garnelen und Muscheln, Steak und Braten, Gemüse, Kroketten und die landestypischen Bitterballen – die Auswahl ist groß. Ein bisschen nervös macht es mich, dass wir just in dem Moment, als wir zu speisen beginnen, in eine der großen Schleusen einfahren. Das hätte ich mir gerne draußen von Deck aus angesehen. Die anderen Mitreisenden können das offenbar nicht so ganz verstehen. Doch für mich hat es einen besonderen Nostalgiefaktor. Früher gehörte zum jährlichen Familienurlaub in Bergen, Nordholland, jedesmal ein Ausflug nach IJmuiden dazu. Wie oft habe ich vom Land aus die großen Schiffen beim Einfahren in die Schleuse beobachtet. Da empfinde ich es als einen besonderen Moment, nun selber auf einem dieser Schiffe eine Schleuse zu passieren. Während ich noch gedankenversonnen an meinem Wein nippe, fängt es rings um mich an zu tröten, überall werden lange krumme Luftballons aufgepustet. Die Stimmung im Restaurant wird immer ausgelassener. Fröhlich bedienen sich immer mehr Gäste der Party-Utensilien, mit denen die Tische dekoriert sind. Nicole lässt grinsend einen prall mit Luft gefüllten, aber unverknoteten Ballon los, der daraufhin unkontrolliert mit Pupsgeräuschen durch die Luft schwirrt, bis er sich verausgabt hat. Die Frau am Nebentisch schaut hoch und bekommt einen Lachanfall. Sie kann sich gar nicht mehr beruhigen.

Auf der Tanzfläche

Auch nach Mitternacht wird kräftig weitergefeiert im Columbus Club.
© Foto: Meike Nordmeyer

Als wir wieder in den Columbus Club kommen, ist die Tanzfläche voll besetzt. Die Live-Band heizt die Stimmung an. Bis Mitternacht ist es nun auch nicht mehr weit. Die Lichter von Amsterdam kommen immer näher. Schon bald holen wir unsere Jacken aus der Kabine, und als wir wieder in der Bar eintreffen, stehen Tabletts mit gefüllten Sektgläsern bereit. Wir wählen das Achterdeck als Ort, um das Feuerwerk zu bestaunen. Das ist teilweise überdacht, und so sind wir ein bisschen vor dem Nieselregen geschützt. Hinter uns fährt das Schwesterschiff, die King Seaways, auf der sich die Gäste auch schon auf Deck versammelt haben. Wir schauen auf das beleuchtete Amsterdam. Das Sektglas in der Hand, der Blick auf die Uhr. Kollege Ingo rückt sein Fotostativ in Position – ist das aufregend! Und dann ist es da, das neue Jahr! Die Kirchenglocken läuten, die Schiffshörner tuten durchringend, die ersten Raketen zischen in den Nachthimmel und wir rufen „Happy New Year!“ und „Frohes Neueeeeees“ in den Regen und liegen uns in den Armen. Unsere Prinzessin schippert ganz langsam an der Stadt entlang, und nun wird auch das Feuerwerk immer üppiger. Es knallt und zischt und leuchtet ringsum. Die Raketen tauchen den Himmel über Amsterdam abwechselnd in rote, grüne und gelbe Farbe. Was für ein prächtiger Start ins neue Jahr!

Beeindruckt und beseelt, ein bisschen nass, ein bisschen durchgefroren gehen wir irgendwann wieder rein, viel später als die meisten anderen Gäste. Die Party im Columbus Club nimmt nochmal Fahrt auf und bleibt in Schwung bis gegen 3 Uhr. Danach nehmen wir noch einen Absacker nebenan in der Navigator Bar. Um kurz vor 4 Uhr gehören wir mit zu den letzten Gästen, die sich in ihre Kabine zurückziehen. Da hat die Princess schon wieder in IJmuiden angelegt. Nun versuchen wir, noch ein paar wenige Stunden in der Kabine zu schlafen. Da das Ausschiffen am Neujahrsmorgen bereits für 10.30 Uhr angesetzt ist, stellen wir den Wecker brutalerweise auf 8.15 Uhr und bewegen uns schon um 9 Uhr zum Frühstück. Puh, das ist durchaus eine Herausforderung. „So früh habe ich Neujahr noch nie gefrühstückt“, murmel ich, während ich meinen Kaffee schlürfe und am Brötchen knabbere.

Meike am Strand in Wijk an Zee

Neujahr ein Strandspaziergang – das tut gut. Ich genieße Wellen, Wind und Weite am ersten Tag des Jahres 2014. © Foto: Nicole / Meike Nordmeyer

Doch dann schmieden wir schon wieder Pläne. Das Wetter ist schön. Es ist kalt, aber trocken, und es gibt nur eine lockere Bewölkung, aus der sogar die Sonne hervorlugt. Also zieht es uns an den Strand. Dahin ist es nicht weit. Mit dem Auto fahren wir nur etwa 20 Minuten und sind schon am Strand von Wijk aan Zee. Die Sonne kommt hervor und wir unternehmen einen kleinen Strandspaziergang. Wind und Weite, der Blick auf die Wellen – das tut gut! Sogar der Strandpavillon hat schon geöffnet. So können wir dort noch gemütlich einen Kaffee trinken, bevor wir die Heimreise nach Wuppertal antreten. 2014 – das war ein guter Start. Nur weiter so!

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Weitere Artikel über die Tour finden sich auf den Blogs der Kollegen:
nach-Holland: Mit dem Schiff ins neue Jahr
Travellerblog: Silvester auf der Princess Seaways in Amsterdam
Teilzeitreisender: Silvester unterwegs mit einer Prinzessin

Zur Silvestertour der Princess Seaways bin ich mit meiner Begleitung von DFDS eingeladen worden.

Die Silvesterreise von IJmuiden zum Amsterdamer Hafen und zurück findet jedes Jahr auf den Schiffen von DFDS statt. Die Tour kostet ab 199 Euro pro Person. Getränke, Menü, Übernachtung und Frühstück sind im Preis enthalten. Abfahrt ist am Felison Terminal an der Sluisplein in IJmuiden. Bei Anreise mit dem Auto ist das Parken unkompliziert, man kann es dort kostenfrei direkt an der Straße abstellen, oder es lässt sich über DFDS ein bewachter Parkplatz für 7 Euro pro Tag reservieren. Für die Anreise mit der Bahn kann man von Amsterdam aus das Wassertaxi zum Terminal nehmen. Weitere Infos, auch zur Anreise, gibt die Webseite www.dfds.de. Darüber lässt sich die Tour auch buchen.

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Zum Weiterlesen

Meike Nordmeyer

Über Meike Nordmeyer

Hier bloggt Meike Nordmeyer, freie Journalistin aus Wuppertal. Auf ihrem Reiseblog meikemeilen schreibt sie über ihre Reisen rund um die Welt, und ihre liebsten Themen sind dabei Kultur und Genuss.
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8 Antworten auf Silvesterreise: Mini-Kreuzfahrt mit Maxi-Party

  1. Katharina sagt:

    Schöner Bericht Meike :-)!
    Silvester in Amsterdam fehlt mir definitiv noch…

  2. Pingback: Silvester auf der PRINCESS SEAWAYS in Amsterdam - Danke #DFDS ! | TravellerblogTravellerblog

  3. Pingback: Silvester unterwegs mit einer Prinzessin - Von Tröten, Schiffen und dem tollsten Abend des Jahres | Teilzeitreisender.de

  4. Simone sagt:

    Hach, schön war’s! Toller Bericht Meike, macht Lust auf mehr. Könnte man gerade noch einmal los fahren :-)
    Lieben Gruß Simone

  5. Anke sagt:

    Unglaublich – Meikes Schreibe macht selbst mir – als nicht Kreuzfahrtfan – Appetit darauf!

  6. Monika sagt:

    Toller Artikel !

  7. Pingback: Silvester feiern – Teil 1: Silvesterreisen außerhalb Deutschlands in Europa und weiter weg - TravellerblogTravellerblog

  8. Pingback: Silvester feiern – Teil 2: Silvesterreisen außerhalb Deutschlands in Europa und weiter weg - TravellerblogTravellerblog

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