Himmelseisenbahn – die Wuppertaler Schwebebahn

Wuppertaler Schwebebahn
Einzigartiges Verkehrsmittel mit Tradition: Die Schwebebahn saust schon seit dem Jahr 1901 durch das Tal der Wupper. Sie ist nicht nur das Wahrzeichen von Wuppertal, sondern auch ein Hauptverkehrsmittel für den Alltag. Die Wagen der neuen Generation sind in Himmelblau gestaltet und transportieren an einem Werktag insgesamt mehr als 80.000 Fahrgäste. Hier auf dem Foto fährt Wagen Nummer 10 gerade auf die Station Völklinger Straße zu, von der ich die Ankunft fotografiere. © Foto: Meike Nordmeyer

Einmal im Leben durch Wuppertal schweben – ich liebe diesen Spruch über meine Heimatstadt. Er ist schön und wahr. Bei meinem Patenkind Louisa, das mit Eltern und Bruder Tobias in Mülheim an der Ruhr wohnt, habe ich für dieses Erlebnis im Tal der Wupper frühzeitig gesorgt. Ich habe die Geschwister eingeladen zu einem Besuch im Wuppertaler Zoo und zu einer Fahrt mit der Schwebebahn.

Natürlich sind wir an diesem Tag einmal die gesamte Strecke mit der Schwebebahn, also 13,3 Kilometer von Vohwinkel nach Oberbarmen gedüst. Dann sind wir wieder fröhlich zurückgeschaukelt. Sehr erfreut über diese wichtige Bildungsreise war auch Louisas Vater, ein waschechter Wuppertaler, der immer einen leicht wehmütigen Blick bekommt, wenn der Name seiner Heimatstadt fällt. Als ich die Kinder wieder zu Hause ablieferte, war die damals Fünfjährige müde von dem erlebnisreichen Ausflug. Sie hat sich erstmal auf die Couch geschmissen. Bei der Verabschiedung fragte sie mich dann: „Fahren wir bald wieder mit der ääähhh Himmelseisenbahn?“ Was für eine treffende Bezeichnung hat sie da gefunden!

Ein Engel, ein Drache und ein Tausendfüßler

„Aber das ist ja ein Engel!“ Das hatte Anfang der 1950er Jahre der französische Schriftsteller Jean Cocteau beim Anblick der Schwebebahn ausgerufen. Die Dichterin Else Lasker-Schüler, geboren in Elberfeld (heute ein Stadtteil von Wuppertal), bezeichnete das Gefährt hingegen als „stahlharten Drachen“, der ausgestattet sei „mit vielen Bahnhofsköpfen und sprühenden Augen“. Die Schwebebahn regt die Fantasie an. Immer wieder. Mit ihren Stützen für das Gerüst, die sich hintereinander aufreihen und sich so durchs Tal schlängeln, wird sie auch als Tausendfüßler bezeichnet.

Wuppertaler Schwebebahn im Blütentraum
Die Wuppertaler Schwebebahn im Blütentraum – in der Nähe der Station Varresbecker Straße gibt es eine Grünfläche, auf der zahlreiche japanische Kirschbäume stehen. Traumhaft schön ist es, wenn diese im April alle blühen. © Foto: Meike Nordmeyer

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Hier gibt es viele weitere Infos zu Geschichte und Technik der Schwebebahn

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Einen guten Überblick und viele Tipps zu Wuppertal finden sich auch auf dem Blog Mein Weltbuch: Schwebebahn-Stadt Wuppertal – Lieblingsplätze einer Einheimischen

Ausflugstipp: Wer Kirschbäume liebt, sollte zur Blütezeit nach Bonn fahren

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8 Replies to “Himmelseisenbahn – die Wuppertaler Schwebebahn

  1. Ich hatte das Vergnügen, im April damit einmal zu fahren. Toll ist auch für alle Fahrgäste mit VRR Ticket, dass man diese Bahn umsonst nutzen kann. Und es macht Spaß, wenn die Bahn in die Kurve geht, unter einem die Wupper oder wenn sie über die Straßen und Fußgänger schwebt.

  2. …zu unserem Wahrzeichen fällt mir spontan Ringelnatz ein:

    WUPPER-WIPPCHEN
    Als in Elberfeld wir in der Schwebebahn
    Runter auf das Wupperwasser sahn
    Und dann plötzlich unsre Blicke hoben
    Gen einander ins Gesicht,
    Hätten wir uns eigentlich verloben
    Können. – Doch wir taten’s nicht.
    Weil man manchmal in der Schwebe Schweigen
    Vorzieht. Um bald wieder auszusteigen.

  3. Ein bißchen verspätet, aber hier meine Geschichte mit Besuch und Schwebebahn. Ostern waren unsere Freunde mit ihren zwei kleinen Töchtern bei uns zu Gast. Eine Schwebebahnfahrt war genau das Richtige für alle, weil wir auch zwischendurch aussteigen können und uns etwas anschauen und dann weiterfahren können. In unserem Falle mußten wir sogar öfter aussteigen, aber nicht um uns etwas anzuschauen, sondern um eine Haltestelle zu Fuß zu gehen. Die Mama der Kleinen ist nämlich „seekrank“ geworden und brauchte immer mal wieder feste Bretter unter den Füßen. Das passiere ihr auch auf Fähren und Schiffen, sagte sie – aber in der Schwebebahn hatte ich noch nie etwas von Seekrankheit gehört.

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