Windspiele von César Manrique auf Lanzarote und in Berlin

Windspiele von César Manrique auf Lanzarote
Vier ganz unterschiedliche Windspiele von César Manrique, die auf der Kanareninsel Lanzarote an markanten Plätzen stehen. Ein Reisequartett mit © Fotos von Meike Nordmeyer

Auf Lanzarote spielt der Wind auch in der Kunst mit. Für den Künstler, Architekten und Umweltschützer César Manrique, der seine Heimatinsel mit seinen Werken und Ideen maßgeblich geprägt hat, ist der Wind ein wichtiges Element. In seinen Arbeiten spürte Manrique dem typischen Charakter von Lanzarote nach und passte seine Werke auf unvergleichliche Weise in die Landschaft der Vulkaninsel ein. Um auch den auf den Kanaren stets präsenten Passatwind zu einem sichtbaren Bestandteil, also zu einem Akteur seiner Kunst zu machen, schuf er diverse Skulpturen mit beweglichen Elementen. Entstanden sind faszinierende Windspiele, Werke der kinetischen Kunst. Einige von ihnen stehen heute als Blickfang an markanten Plätzen auf Lanzarote, sie bereichern die Landschaft und erinnern an den genialen Künstler.

Das von mir zusammengestellte Reisequartett zeigt vier Windspiele von César Manrique und verdeutlicht, wie unterschiedlich der Künstler sie ausgeführt hat. Das zart anmutende Objekt mit den stilisierten Fischen auf dem Foto oben links habe ich in an der Playa de los Pocillos im Gebiet von Puerto del Carmen entdeckt. Das vergleichsweise monumentale weiße Windspiel auf dem Bild daneben begrüßt am Parkplatz vor der Fundacion César Manrique in Tahiche die Besucherinnen und Besucher. Ganz in der Nähe davon, vor dem Eingang des Künstlerhauses der Fundacion, steht das farbenfrohe Exemplar, das auf dem Bild unten rechts zu sehen ist. Das große rote Objekt hingegen thront weithin sichtbar auf einem Kreisverkehr vor der Einfahrt zu dem Ort Arrieta an der Nordostküste von Lanzarote.

Das folgende Video zeigt das farbenfrohe Windspiel vor der Fundacion César Manrique in Tahiche in flinker Bewegung an einem besonders windigen Tag. Unten links ist auch ganz klein die weiße Skulptur am Parkplatz zu sehen.

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Nicht nur auf Lanzarote, auch auf den anderen Kanareninseln hat César Manrique eine ganze Reihe verschiedener Werke geschaffen. In Puerto de la Cruz auf Teneriffa gestaltete er beispielsweise den Lago Martianez, eine Badelandschaft mit Meerwasserbecken, in die Lavagestein und ebenfalls ein Windspiel integriert ist. Und was vielleicht die wenigstens wissen: Es steht tatsächlich auch eine kinetische Skulptur von Manrique in Berlin. 1997 ist diese in der Hauptstadt vor den Messenhallen aufgestellt worden. Es ist eine ähnliche Skulptur wie jene, die am Parkplatz vor der Fundacion auf Lanzarote steht. Die Berliner Variante ist jedoch wesentlich größer, aus Edelstahl gefertigt und weist eine glänzend polierte Oberfläche auf. Auf dem folgenden Foto präsentiert sie sich bei typisch trübem Berliner März-Wetter.

Windspiel in Berlin
Dieses Windspiel von César Manrique steht nicht auf Lanzarote, sondern in Berlin vor dem Messegelände, am Parkplatz vor dem Eingang Nord. Das Foto stammt von Anfang März 2020. Da wehten dort nicht die für diese Zeit üblichen orangefarbenen ITB-Fahnen an den zahlreichen Fahnenstangen. Denn die weltgrößte Reisemesse ITB wurde in diesem Frühjahr wegen der Corona-Krise abgesagt, die Messehallen blieben leer. © Foto: Meike Nordmeyer

Ich bin schon so oft Anfang März zur internationalen Reisemesse ITB nach Berlin gefahren und habe häufig die langen Messetage mit dem Zugang über den Eingang Nord begonnen. Doch ich kam meistens von der S-Bahn-Station Westkreuz und somit aus der anderen Richtung, sodass ich die bewegliche Skulptur auf dem hinteren Teil des Parkplatzes vor dem Eingang Nord nicht bemerkt habe. Erst kürzlich bin ich beim erneuten Recherchieren über den Künstler auf diesen Standort einer seiner Werke aufmerksam geworden und war verblüfft. Wer also in Berlin lebt, kann dort bei Gelegenheit einfach mal vorbeigehen und quasi ein bisschen Lanzarote erleben. Oder es ergibt sich beim nächsten Messebesuch in Berlin – wenn der endlich wieder möglich sein wird – dann also mal bis zum hinteren Teil des Parkplatzes laufen und das Windspiel und seine Bewegung anschauen.

Auf dem oben stehenden Foto ist hinter dem Werk von Manrique der Funkturm des Messegeländes zu sehen. So finden sich dort zwei markante Referenzen: an Lanzarote und an Paris. Ich schrieb vor einiger Zeit einen Artikel über Sehenswürdigkeiten, die wirken, als ständen sie in der falschen Stadt. Der Messe-Funkturm, der sich als kleiner Eiffelturm ausgibt, war auch dabei. Das Windspiel von Manrique in Berlin passt ebenfalls gut dazu.

Hier mehr zu den verblüffenden Sehenswürdigkeiten am falschen Ort

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Die Fotos der Windspiele von César Manrique auf Lanzarote habe ich auf zwei privaten, komplett selbst finanzierten Reisen auf die Kanareninsel gemacht. Das Bild vom Windspiel in Berlin ist dieses Frühjahr während eines privaten Aufenthalts in der Hauptstadt entstanden.

Zum Weiterlesen
Mehr über Lanzarote und den von César Manrique gestalteten Mirador del Rio

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