Ganz einfach: Geisterabwehr in Vietnam

Mauer zur Geisterabwehr in Hue

Schön und nützlich: eine Mauer zur Geisterabwehr in der Kaiserstadt Hue in Zentralvietnam. © Foto: Meike Nordmeyer

Sie lauern immer und überall. Böse Geister sind stets darauf aus, Unheil zu verbreiten. Daher ist es wichtig, sich mit geeigneten Maßnahmen vor ihnen zu schützen, so besagt ein alter und immer noch aktueller Glaube der Vietnamesen. Glücklicherweise ist das mit der Geisterabwehr offenbar nicht so schwierig. Denn diese beunruhigenden Wesen scheinen nicht sehr beweglich zu sein. Sie schweben nah über dem Boden und kommen nicht weit darüber hinaus, so wurde es mir in Vietnam erklärt. Deswegen befinden sich dort an den Eingängen von Pagoden, Tempeln und Palästen große Balken als Türschwellen. Den bösen Geistern gelingt es nicht, sie zu überwinden. So werden sie also leicht abgehalten. Für Menschen ist es ein Leichtes, mit einem großen Schritt über das Hindernis hinwegzuschreiten. Dabei sollten sie allerdings darauf achten, nicht auf den Balken zu treten. Denn das bringt Unglück.

Eine noch bessere Methode, mit der sich ein Gebäude vor bösen Geistern schützen lässt, ist eine Mauer in gebührendem Abstand vor dem Eingangsbereich zu platzieren. Die unerwünschten Wesen bleiben davor hängen. Denn böse Geister können nicht abbiegen. Sie kommen nur auf geradem Weg voran oder wieder zurück. Eine solche Mauer zur Geisterabwehr steht beispielsweise in der alten Kaiserstadt Hue vor einem Palast, wie auf dem Foto oben zu sehen ist.

Auch für ein Privathaus nutzen die Bewohner die eingeschränkte Beweglichkeit der Unholde. Es ist üblich, vor dem Haus einen oder mehrere große bepflanzte Blumentöpfe beispielsweise mit einem Bonsai in den Weg zu stellen. Menschen können leicht daran vorbeigehen. Böse Geister nicht.

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Meike Nordmeyer

Über Meike Nordmeyer

Hier bloggt Meike Nordmeyer, freie Journalistin aus Wuppertal. Auf ihrem Reiseblog meikemeilen schreibt sie über ihre Reisen rund um die Welt, und ihre liebsten Themen sind dabei Kultur und Genuss.
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