Lust auf Eis in Kufstein

Festung Kufstein

Der Besuch der Festung gehört zum Pflichtprogramm in Kufstein. Der Festungslift bringt die Besucher bequem zum Burgfelsen hinauf. Die Kabine bietet bei der Auffahrt einen hervorragenden Blick über die Dächer der Stadt. © Foto: Meike Nordmeyer

Wochenend und Sonnenschein – ein strahlend blauer Himmel spannt sich über Kufstein in Tirol. Ich komme von meiner Besichtigung der mächtigen Festung Kufstein wieder hinunter zum Stadtplatz. Es ist warm, und ich habe nur einen Gedanken: Jetzt ein Eis! Hier auf dem langgezogenen unteren Stadtplatz mit seinen alten Bürgerhäusern in bunten Farben wird sich sicherlich eine Eisdiele finden lassen, denke ich noch, da sehe ich schon die Schlange vor „Udos Eisparadies“. Familien mit Kindern laufen auf die Eisdiele zu. Ein kleiner Junge fängt vor Freude an zu hüpfen, als er in Sichtweite der Theke steht. Fahrradfahrer steuern den Laden an, stellen ihre Räder ab, streifen die Helme vom Kopf und reihen sich in die Schlange ein. Keine Frage – an diesem sonnigen  Samstagnachmittag ist die Eisdiele ein heiß geliebter Ort in Kufstein. Radler, Ausflügler und Stadtbummler haben ihre Route offenbar ganz bewusst so geplant, dass sie an diesem Punkt vorbei kommen.

Udos Eisparadies

Im Paradies fällt die Auswahl schwer. Manche Leute haben es da besonders eilig und kommen direkt mit dem Fahrrad in die Eisdiele. Andere warten geduldig.
© Foto: Meike Nordmeyer

Die Auswahl im Eisparadies ist enorm. „178 Eissorten gibt es ingesamt bei uns“, berichtet Inhaberin Silvana Sarcletti Plesner. „Natürlich haben wir nicht immer alle gleichzeitig da, sondern ein wechselndes Angebot. Die Standardsorten wie Erdbeer, Vanille oder Schokolade sind immer dabei. Das ist ja klar. Bei einigen Sorten geht es aber nach Saison. Zurzeit haben wir Holunderblüten-Eis. Im Winter gibt es dafür die Sorte Marone.“ Holunderblüten-Eis – was für ein klangvoller Name! Da weiß ich ja schon, was ich nehme. Ich bestelle einen Waffelbecher mit einer Kugel von der schneeweißen Masse und lasse mir noch die Sorte Alpen-Karamell dazu geben. Nur 2 Euro bezahle ich übrigens für die beiden Kugeln zusammen.

Intensiv und cremig schmeckt das Karamell-Eis, stelle ich sehr zufrieden fest. Doch die eigentliche Sensation ist das Holunder-Eis. Es ist süß und schmeckt dabei leicht nach Puderzucker, und es ist zugleich ein wenig sauer und erfrischend zitronig. Und bei all dem tänzelt der feine Blütengeschmack über den Gaumen. Das perfekte Eis für einen Sommertag! Kein Wunder, dass sich vor dieser Theke Schlangen bilden.

Blütenweiß und zitronig frisch: Die Sorte Holunder in Udos Eisparadies.
© Foto: Meike Nordmeyer

Übrigens liegt die Eisdiele direkt neben der Touristeninformation und den Büros von Ferienland Kufstein. Als ich Mitarbeiterin Andrea Rettenwander auf diese Nachbarschaft anspreche, rollt sie mit den Augen. „Ja, das Eis ist wahnsinnig gut. Und sowas gibt es direkt neben unserem Büro. Das ist verheerend“, sagt sie und lacht. Touristeninfo und Eisdiele – das macht die Sache sehr einfach. Wenn Ihr in Kufstein seid, habt Ihr also einen guten Vorwand, um euch ein feines Eis zu besorgen. Denn einen Stadtplan oder andere Infos über Kufstein und Umgebung braucht man ja als Besucher auf jeden Fall. Und da kann man ja gar nicht anders, als an der Eisdiele einen Stopp zu machen.

Auch am Abend ist die Lust auf Eis in Kufstein noch groß. © Foto: Meike Nordmeyer

Eisproduktion mit Tradition

Hier kommt nun noch ein bisschen Geschichte zu der Eisdiele und der Inhaberfamilie, denn auch die ist interessant. Der Gründer und Namensgeber der beliebten Eisdiele in Kufstein ist Udo Plesner. Er ist der Sohn des österreichischen Filmemachers Josef Plesner, der den Film „Tiefland“ gemeinsam mit Leni Riefenstahl produzierte. Zuckerbäcker-Meister Udo Plesner erlernte ganz klassisch in Italien die Herstellung von Speiseeis. Als er wieder nach Österreich zurückkehrte, eröffnete er 1969 in Kufstein das Café Burgstüberl. Mit seiner Frau Silvana Sarcletti Plesner führt er die Firma ab 1978 unter dem Namen Udos Eisparadies weiter. Die Familie seiner Frau blickt auf eine Eis-Tradition seit 1879 zurück. Mit dem gemeinsamen Sohn Andreas Plesner lebt die Tradition nun in fünfter Generation fort. Tochter Alexandra Plesner gründet 2010 während ihres Studiums in London das Kunst-Projekt „I Scream Factory“, das mit der Idee von Eis als Metapher für das Leben spielt.

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Mehr zur Eisdiele: http://udoseisparadies.tumblr.com
Dort finden sich auch weitere Informationen zu dem Kunstprojekt.

Im Sommer ist nicht nur die beste Zeit, Eis zu schlecken, sondern auch Gelegenheit zu Musikgenuss. Jedes Jahr im Frühsommer veranstaltet die Region Kufstein die Tiroler Beethoven-Tage. Hier mein Artikel dazu: Beethoven in Tirol besuchen

Zu der Reise nach Tirol, die auch den Aufenthalt in Kufstein umfasste, hat mich die Tirol Werbung GmbH und Ferienland Kufstein eingeladen. Gewohnt habe ich im Rahmen dieser Einladung im Hotel Kufsteiner Hof.

Zum Weiterlesen

Meike Nordmeyer

Über Meike Nordmeyer

Hier bloggt Meike Nordmeyer, freie Journalistin aus Wuppertal. Auf ihrem Reiseblog meikemeilen schreibt sie über ihre Reisen rund um die Welt, und ihre liebsten Themen sind dabei Kultur und Genuss.
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3 Antworten auf Lust auf Eis in Kufstein

  1. Katrin Adam sagt:

    Na toll, Tastatur vollgesabbert. ;-) Das klingt total verlockend.

  2. Olivia sagt:

    Danke für das Artikel! Das ist sehr interessant! :)

  3. Dan sagt:

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