Terschelling: Horizonte voller Segel und Glitzer

Jetzt hat sie mich wieder gepackt, diese Sehnsucht. Ich muss endlich wieder an die Nordsee. Und zwar möchte ich am liebsten nach Terschelling. Warum ich so fasziniert bin von dieser niederländischen Nordseeinsel? Das kann ich euch in vier Bildern zeigen.

Plattbodenboote auf Terschelling

Segelschiffe und die typischen Plattbodenschiffe vor und auf Terschelling. © Foto: Meike Nordmeyer

Vor Terschelling und der Nachbarinsel Vlieland fahren unzählige Segelboote und die typischen Plattbodenschiffe vom IJsselmeer kommend auf dem Wattenmeer. Viele Segelboote fahren auch weiter, durch das Fahrwasser zwischen Vlieland und Terschelling hinaus auf die offene Nordsee. Die Plattbodenschiffe bleiben meist im Wattenmeer. Sie legen auf ihrer Tour auch oftmals eine Pause ein und kommen dafür bei Flut zu der großen Sandbank, dem Noordvaader im Westen von Terschelling, zum sogenannten Trockenfallen. Da liegen sie dann bei Ebbe einfach auf dem Sand. Die nächste Flut spült das Wasser schließlich wieder herbei. Es läuft erst langsam um die Schiffe herum, dann hebt es sie allmählich an, und bald fahren sie wieder davon.

Bei passendem Wetter ist der Horizont voller Segelschiffe. Dazwischen windet sich alle paar Stunden die Fähre vom Festland durch das Wattenmeer. In einigen Bögen fährt sie von Harlingen zum Hafen von Terschelling, denn sie muss der Fahrrinne folgen, die um die zahlreichen Untiefen und Sandplatten herum führt. Schon knapp eine Stunde vor Ankunft ist die Fähre zu sehen und ihre Kehren zu beobachten. Von einem Aussichtspunkt vor dem Ort West-Terschelling bietet sich ein wunderbarer Ausblick auf das Geschehen. Dort könnte ich stundenlang stehen und einfach nur schauen. Doch noch besser ist es, unweit davon im Strandpavillon „De Walvis“ (Der Walfisch) zu sitzen und dort den Blick über die große Sandplatte des Noordvaader und weiter über das Watt hinüber zur Nachbarinsel Vlieland zu genießen. Bei Ebbe zeichnen sich unzählige Priele ab, dazwischen liegen Sandflächen, manche glatt, andere geriffelt, darauf immer wieder kleine Wasserlachen, die in der Sonne glitzern. Es wird niemals langweilig dort, denn ständig ändert sich das Licht und dementsprechend die Glitzerflächen. Dieser Pavillon am sogenannten Grünen Strand ist einer meiner Lieblingsorte auf Terschelling. Abgesehen natürlich von dem kilometerlangen, breiten Sandstrand, den die Insel zu bieten hat und der immer glücklich macht.

Terschelling

Der Blick vom Pavillon „De Walvis“ über das Watt hinüber zur Nachbarinsel Vlieland. Ständig ändert sich dort das Licht und das Geglitzer. © Foto: Meike Nordmeyer

Aber nochmal zurück nach West-Terschelling. An der Westseite des Dorfes zieht sich ein Dünenkomplex entlang, der bis zu 30 Meter hoch ist. Auf der südlichsten Düne davon findet sich der Aussichtspunkt Seinpaalduin, benannt nach dem dort platzierten Seinpaal, einem Sendemast, der eine wichtige Funktion als Seezeichen ausführt. Von dort und vor allem von dem direkt daneben liegenden, noch etwas höherem Aussichtsplateau bietet sich ein hervorragender Blick auf den Ort mit dem Leuchtturm Brandaris und auf das Wattenmeer. Der 55 Meter hohe Brandaris ist der älteste Leuchtturm der Niederlande und geht auf das Jahr 1594 zurück. Ich liebe den Ort West mit seinen kleinen, alten Backstein-Häusern, die sich um den Leuchtturm herum versammeln. Ich werde mich auch bei meinem nächsten Besuch auf der Insel wieder dort einquartieren, auch wenn ich damit nicht in einem der Badeorte direkt am langen Sandstrand wohne. Zum Strand in West aan Zee oder Midsland aan Zee kann man von dort aus schnell mit dem Fahrrad oder auch mit dem Bus fahren. Ich möchte wieder in West wohnen, weil es dann nur wenige Schritte bis zu meinem Lieblingspavillon De Walvis sind. Und auch deswegen, weil ich dann jeden Abend nochmal zu den Aussichtspunkten auf den hohen Dünen gehen kann. Im Abendlicht ist es dort besonders schön.

Abendstimmung auf Terschelling

Blick vom Aussichtspunkt oberhalb der Seinpaalduin: Der Leuchtturm Brandaris überragt den Ort West-Terschelling. Dahinter liegt das Wattenmeer. © Foto: Meike Nordmeyer

Von den Aussichtspunkten lässt es sich aber nicht nur auf den Ort blicken. Spektakulär ist auch die andere Seite. Dort geht der Blick über das Naturschutzgebiet Kroonpolders und die nächste Reihe Dünen hinweg zur offenen Nordsee. Es sah wirklich so aus an diesem Abend, als das folgende Foto entstand. Die Dünen wirkten aus der Ferne fast so wie schneebedeckte Berge. Ich konnte es selbst kaum glauben. Könnt ihr jetzt verstehen, warum ich unbedingt wieder nach Terschelling möchte?

Abendstimmung auf Terschelling

Unvergleichliche Abendstimmung auf Terschelling – Blick von den Dünen, über die zweite Dünenkette hinweg auf das offene Meer. © Foto: Meike Nordmeyer

Hier kommt noch ein besonderer Tipp für Terschelling:
Elvis lebt! Im Strandpavillon Heartbreak Hotel auf Terschelling

Ein kleine Weisheit von der Insel gibt es hier zu lesen:
Lebendiges Sprichwort auf Terschellling

Artikel zu den anderen niederländischen Nordseeinseln, die auch wunderschön sind:
Texel im Frühjahr mit Herz, Wolle, Wind und Weite
Mühlen wie Sand am Meer – ein Tipp für Ameland

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Dieser Beitrag ist nach einer privaten und komplett selbst finanzierten Reise nach Terschelling entstanden.

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Meike Nordmeyer

Über Meike Nordmeyer

Hier bloggt Meike Nordmeyer, freie Journalistin aus Wuppertal. Auf ihrem Reiseblog meikemeilen schreibt sie über ihre Reisen rund um die Welt, und ihre liebsten Themen sind dabei Kultur und Genuss.
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