Sausen und Schlemmen am Fleesensee

Ein Aufenthalt im Robinson Club Fleesensee bietet die Gelegenheit zu entspannten Ausflügen in die Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte. Im November lockt zudem das „Mehr Genuss Festival“ in den Club.

Meike fährt Segway

Erst eine Runde auf dem Marktplatz in Göhren-Lebbin zum Üben und dann lossausen in den Schlosspark und an den Fleesensee – ein Herbstausflug mit dem Segway macht riesig Spaß! © Foto: Meike Nordmeyer

Beim ersten Mal bin ich froh, dass jemand den Segway festhält, als ich aufsteige. „Ja, das wackelt am Anfang ein bisschen, aber dann findest du schnell das Gleichgewicht“, meint Stefan vom Segway-Verleih am Marktplatz in Göhren-Lebbin gelassen. Er hat das Fahrzeug fest im Griff als ich aufsteige, nickt mir zu und lässt los. Er hat recht, ich zappel nur kurz, schon bald stehe ich ruhig darauf und düse einfach los. Ich wollte immer schon mal Segway fahren. Schön, dass ich es nun so in Ruhe auf dem autofreien Marktplatz von Göhren-Lebbin ausprobieren kann. Auch die anderen aus der kleinen Ausflugsgruppe schwirren schon über den Platz und lenken um die kleinen bunten Pilonen herum. „Na, dann können wir ja jetzt losziehen“, meint der Tourleiter, als er seine Fahranfänger locker rumsausen sieht und wir zwischendurch natürlich auch das sichere Anhalten und Absteigen kurz geübt haben.

Ich mache den Reißverschluss meiner Jacke ganz zu, die Kollegin streift sich sogar noch schnell Handschuhe über, denn an einem Herbsttag kann es auf Dauer kühl werden auf so einem Gefährt. Stefan rollt los, wir tuckern artig hinter ihm her. Wir nehmen Kurs auf den nahegelegenen Schlosspark, und weil der Tourleiter mit seiner Gruppe zufrieden ist, fährt er mit uns gleich mitten über die Wiese und einen kleinen Hügel hinunter. „So querfeldein macht es am meisten Spaß“, ruft er, schaut sich um und grinst, bevor er auf den Spazierweg einbiegt. Der Wind rauscht durch die Bäume, die Blätter rascheln. Sie sind bereits rot und gelb eingefärbt. Mit jedem Windstoß lösen sich einige und segeln zu den vielen anderen, die den Waldboden bedecken. Es riecht würzig nach Herbst. Bei einer Tour mit dem Segway geht es angenehm zügig voran und doch bleibt genug Zeit, um in der Gegend rumzuschauen, zu horchen und zu schnuppern. Perfekt für einen Ausflug in der Herbstzeit!

Am Fleesensee

Rund 1000 Seen umfasst die Mecklenburgische Seenplatte. Einer davon ist der Fleesensee. Das Bild zeigt das Ufer in Untergöhren, ganz in der Nähe des Robinson Clubs. © Foto: Meike Nordmeyer

Etwa 20 Minuten düsen wir über kleine Wald- und Feldwege nach Untergöhren zum Fleesensee. Das Schilf steht hoch am Seeufer. An einem kleinen Steg liegen einige Sportboote und scheinen ein wenig zu dösen an diesem ruhigen Nachmittag. Eine Gruppe von fünf Wildgänsen zieht über unsere Köpfe hinweg. Flügelschlag und Geschnatter ist zu hören, dann ist es wieder still. Weit und breit ist kein Autolärm zu hören. Wir schlendern ein wenig am Seeufer entlang und rollen bald weiter mit den Segways, um die Gegend zu erkunden. Der Robinson Club Fleesensee liegt mitten im Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte und bietet viele Möglichkeiten zu Touren in die von Wasser durchzogene Landschaft. Der Blick auf weite Wasserflächen tut immer gut, Bewegung, eine große Portion Frischluft und dann noch Zeit für Wellness im Spa-Bereich des Clubs – so lässt es sich hervorragend Ausspannen vom hektischen Alltag.

Robinson Club Fleesensee

Der Robinson Club Fleesensee lädt jedes Jahr im Herbst zum „Mehr Genuss Festival“ mit Spitzenköchen ein. © Foto: Meike Nordmeyer

Der Verwöhnfaktor an diesem langen Wochenende ist zudem besonders hoch, weil der Robinson Club wieder zum „Mehr Genuss Festival“ eingeladen hat. Es findet jedes Jahr im Herbst statt. Den Auftakt zu diesem Gourmet-Wochenende, an dem zahlreiche Spitzenköche an den Fleesensee gekommen sind, bildete am Abend zuvor ein italienisches Wein-Dinner mit sechs Gängen im clubeigenen Spezialitätenrestaurant Das Edel Storchennest. Köchin Ramona Herbst hat das Menü für den ersten Abend gestaltet. Eine festlich gedeckte Tafel erwartet unsere kleine Gruppe dort. Den Anfang macht ein Carpaccio vom Seeteufel mit Ruccola, das fruchtig von Mangostückchen und Granatapfeldressing begleitet wird. Es folgen Trüffelravioli mit Weinschaum, Brunnenkresse und Pecorino. Schon diese beiden Gänge passen in der Folge stimmig zusammen. Zum Menü werden Weine von dem italienischen Weingut Guado al Tasso der Weinbaufamilie Antinori gereicht. Weinexperte Raoul Filacchioni stellt sie als Beauftragter von Antinori mit einigen Erläuterungen genauer vor. Zum nächsten Gang, einem Saltimbocca vom Wolfsbarsch, lässt er beispielsweise einen Scalabrone DOC Rosato servieren. Dieser Rosé bietet eine beachtliche Struktur, weist vielfältige Fruchtnuancen auf, vor allem Beerenfrüchte, auch ein wenig Kirsche und eine feine Bitternote der Grapefruit. Besonders in Erinnerung bleibt schließlich auch das Kalbscarré, das Köchin Herbst mit einer Thymian-Pistazienkruste apart würzig überzieht und durch aromatische Tomatengnocchi ergänzt. Dieser Abend bietet eine gelungene Einstimmung auf das Genuss-Wochenende, das vor uns liegt.

Feiner Schaum – großer Genuss

Feiner Schaum – großer Genuss. Spitzenkoch Stefan Hartmann hat konfierten Hummer mit Artischocke und Estragon zubereitet. Seine Kreation ist auch optisch ein kleines Kunstwerk.
© Foto: Meike Nordmeyer

Spektakulär wird es noch an den folgenden beiden Abenden. Insgesamt elf bekannte, teils sternendekorierte Köche sind im Robinson Club zu Gast und präsentieren an den verschiedenen Kochstationen im Hauptrestaurant ihre Kreationen. Sternenkoch Otto Koch, Gourmetberater von Robinson, hat seine Kollegen zu dem bereits 5. Genuss-Festival an den Fleesensee eingeladen. Die Club-Gäste können an den beiden Abenden an den Stationen im Restaurant entlang flanieren, den Meisterköchen und ihren Helfern bei der Zubereitung der Speisen zuschauen und die besonderen Gerichte nach und nach bei einem guten Glas Wein genießen. Wann sonst bekommt man die Gelegenheit, gleich so vielen Spitzenköchen auf die Finger zu schauen und alles probieren zu dürfen? Der erste der beiden Abende steht unter dem Motto „Mein Lieblingsgericht aus der Provcence“. Sternekoch Kolja Kleeberg vom Berliner Restaurant VAU serviert gebackenen Kabeljau Brandade mit créme noir d’ail. Stefan Hartmann, der noch bis Frühjahr 2014 als Träger von einem Stern sein eigenes Restaurant in Berlin führte, bereitet konfierten Hummer mit Artischocke und Estragon. Feiner Schaum, großer Genuss – sein Gericht ist auch optisch schon ein kleines Kunstwerk.

Zubereitung

Erst beim Anrichten zuschauen, dann genießen. Gourmet-Koch Thomas Kahl hobelt hauchdünne Scheiben vom Trüffel ab für seine Komposition aus Kabeljau mit Topinambur und Birnen. © Foto: Meike Nordmeyer

Am nächsten Abend findet ein Ochsenbacken-Cappuccino besonderen Anklang bei den Gästen. Kreiiert hat ihn Josef Eder, Küchendirektor im Vox Restaurant im Grand Hyatt Berlin. Meinen persönlichen Favorit hat Thomas Kahl zubereitet. Als Chefkoch hat Kahl im Hotel Restaurant Es Fum auf Mallorca einen Stern errungen, mittlerweile ist er am Hotel Margarethenhof am Tegernsee tätig. Womit er auf dem Robinson-Genuss Festival begeisterte: Konfierter Kabeljau mit Topinambur, schwarzem Trüffel und Birnen. Ich schaue zunächst ganz fasziniert zu, wie Kahl hauchdünne Scheiben vom Trüffel abhobelt und behutsam auf ein Stück Kabeljau legt, das er zuvor auf einem der Teller platziert hat. Ach, die Birne, sie ist ohnehin eine viel zu wenig beachtete heimische Frucht. Umso mehr freue ich mich, sie in dieser Kreation zusammen mit Trüffel entdecken zu dürfen. Sehr stimmig entfaltet sich diese Kombination zum saftigfeinen Fisch. Ein besonders intensives Erlebnis bilden diese Gourmet-Abende bei Robinson. Das Schöne dabei ist auch: Das edle Festival unterstützt einen guten Zweck. Der Erlös aus der zugehörigen Tombola wird auch in diesem Jahr wieder für das Kinderprojekt „Das gesunde Schulfrühstück“ der Tafel in Waren gespendet.

Fischerhof in Waren

Ein Besuch bei den Müritzfischern. Die Terrasse des Fischerhofs bietet einen schönen Blick auf die Altstadt von Waren. © Foto: Meike Nordmeyer

Bei all den Genüssen ist es gut, dass zwischen den kulinarischen Abenden noch ein weiterer Ausflug ansteht. Diesmal geht es mit dem Fahrrad auf Tour. Kräftig und freudig tritt unsere kleine Gruppe in die Pedale. Bewegung, Frischluft, durch die herbstliche Landschaft flitzen – das tut jetzt wieder gut! In einer knappen Stunde radeln wir nach Waren. Das kleine Städtchen liegt an der Müritz, dem größten vollständig in Deutschland liegenden Binnensee, wie die Einheimischen gerne mit Seitenhieb auf den Bodensee betonen. Ja, die Müritz – der See ist eine Sie. Ihr Name kommt aus dem Slawischen und bedeutet „kleines Meer“. Alte Häuser, verputzt in Lachsrosa, Currygelb, Himmelblau oder Hellgrün, viele auch mit Fachwerk reihen sich in den Straßen und Gässchen der beschaulichen kleinen Hafenstadt aneinander. Zahlreiche kleine Geschäfte laden zum Bummeln ein.

Gourmet-Maräne

Besondere Spezialität bei den Müritzfischern: die mild marinierte Gourmet-Maräne. Unbedingt probieren!
© Foto: Meike Nordmeyer

Wer einen Ausflug nach Waren unternimmt, sollte aber nicht nur die Altstadt anschauen, sondern auch den Fischerhof der „Müritzfischer“ besuchen. Das Traditionsunternehmen betreibt mehrere Fischerhöfe rund um die Müritz. In der eigenen Manufaktur dieses größten deutschen Binnenfischerei-Betriebs werden täglich Spezialitäten hergestellt und fangfrische Fische geräuchert. Einer der Fischerhöfe liegt in Waren, nur einen kleinen Spaziergang entfernt vom Stadthafen, direkt am Seeufer. In dem dortigen Imbiss stehen diverse Spezialitäten auf der Karte: marinierte Maräne, geräucherte Forelle, gebeizter Hecht unter dem Titel  „Morizanerhappen“, oder auch Aal, Barsch, und Zander. Es handelt sich um frischen Fang aus der Müritz oder aus der dort betriebenen Aquakultur. „Wir setzen auf Regionalität und Nachhaltigkeit. Dabei sind wir in der glücklichen Lage, ehrlich verkaufen zu können“, sagt Jörg Jaenisch, Bereichsleiter für Waren stolz.

Ein besonderer Leckerbissen ist die mild marinierte Gourmet-Maräne auf einem Stück Weißbrot oder im Brötchen. Auch den Maränen-Kaviar sollte man unbedingt kosten. Die Gerichte werden mit selbst gepflückten Kräutern zubereitet, für die eigens ein altes Fischerboot zu einem Kräuterboot umfunktioniert wurde. Außerdem haben die Müritzfischer an diesem Standort ein kleines Fischereimuseum eingerichtet. Es zeigt historische Fanggeräte und andere alte Gebrauchsgegenstände, ausgestopfte Fische, Foto- und Kartenmaterial und informiert so über das Leben und den Arbeitsalltag der Fischer in früheren Zeiten. Also am besten erst das kleine Museum besichtigen und dann zum Imbiss rüberschlendern. Die Terrasse des Fischerhofs bietet einen schönen Blick auf die Altstadt von Waren. Auf Holzbänken sitzen, auf die Müritz schauen und Fischspezialitäten genießen – achja, es ist schon wieder so gut und so lecker. Am Fleesensee und an der Müritz gibt es so viel zu genießen!

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Mehr Genuss Festival 2016
Auch in diesem Jahr lädt der Robinson Club Fleesensee wieder zu dem Gourmet-Event ein. Der Termin: 3.-6. November 2016.

Weitere Informationen
Segway-Verleih auf dem Marktplatz von Göhren-Lebbin
Die Müritzfischer

Zu dem Wochenende im Oktober 2013 mit Ausflügen und Genuss-Festival bin ich vom Robinson Club Fleesensee eingeladen worden.

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Meike Nordmeyer

Über Meike Nordmeyer

Hier bloggt Meike Nordmeyer, freie Journalistin aus Wuppertal. Auf ihrem Reiseblog meikemeilen schreibt sie über ihre Reisen rund um die Welt, und ihre liebsten Themen sind dabei Kultur und Genuss.
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2 Antworten auf Sausen und Schlemmen am Fleesensee

  1. Michaela sagt:

    Das sieht ja alles appetitlich aus. Da muss ich doch glatt einmal hin :-)
    VG
    Michaela von Segway fahren Köln

  2. Jessi sagt:

    Oh, Segway-Fahren macht einen riesen Spaß! Ein eigenes wäre klasse, aber die sind ja soooooooooo teuer…
    Das Essen sieht aber auch vielversprechend aus! :-)
    Liebe Grüße
    Jessi

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