Ein Wurm erzählt von Wuppertal

Der Wupperwurm - Türgriffe am Wuppertaler Rathaus
Der Wupperwurm ziert die farbenfrohen Türgriffe am Wuppertaler Rathaus im Stadtteil Barmen. © Foto: Meike Nordmeyer

Zwischen den vielen Reisen ist auch mal wieder meine Heimatstadt Wuppertal mit einem Posting dran. Ich lief vor ein paar Tagen am Rathaus im Stadtteil Barmen vorbei. Die Sonne schien endlich mal wieder und ließ die schönen bunten Türgriffe mit dem Wupperwurm an den gläsernen Eingangstüren des Rathauses erstrahlen. Natürlich kannte ich sie. Doch ich hatte sie lange Zeit nicht mehr bewusst wahrgenommen und somit fast vergessen. Das war eine freudige Wiederentdeckung. Sofort habe ich mein Smartphone gezückt und die farbenfrohen Griffe in etlichen Perspektiven fotografiert. Am besten gefallen sie mir, wenn sie so wie hier auf dem Foto im Quartett zu sehen sind – denn sie zieren sowohl die äußeren als auch die wenige Schritte dahinter liegenden inneren Glastüren.

Das auf den Türgriffen abgebildete Logo, das auf so treffende Weise mit dem Anfangsbuchstaben der Stadt auf den Fluss Wupper verweist und beides mit der Schwebebahn verknüpft, wird von den Einheimischen Wupperwurm genannt. Es gilt als offizielles Stadtsignet von Wuppertal. Das Logo wurde in den 1960er Jahren von Albrecht Ade entwickelt. Ade war von 1960 bis 1970 als Dozent für Typografie und Grafikdesign an der Werkkunstschule Wuppertal tätig.

Zwischenzeitlich gab es auch mal Bestrebungen, diese Grafik auszurangieren, weil man wohl meinte, dass sie nicht mehr fesch genug sei. Doch die sind zum Glück passé. Die Bildmarke hat sich bis heute gehalten und wurde 2013 in ein neues einheitliches Erscheinungsbild der Stadt integriert. Und das ist auch gut so! Die Wuppertaler lieben ihren Wurm mit Schwebebahn. Das Bild ist so einfach und klar, es ist auch außerhalb der Stadt sofort zuzuordnen. So ist der Wupperwurm auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Und das ist er sicherlich wesentlich mehr als das Stadtwappen mit dem Bergischen Löwen, der auf das Bergische Land verweist, zu dem Wuppertal gehört. Kombiniert ist der rote Löwe auf dem Wappen mit einem Garnbündel als Verweis auf die einst so bedeutende Textilverabeitung im Tal der Wupper und den dazugehörigen am Flussufer arbeitenden Bleichern. Zudem hält der Löwe ein Rost und damit ein Symbol des Schutzheiligen Laurentius. Um die Details zu verstehen, braucht man schon ein wenig regionales Hintergrundwissen. Da ist das mit so einem Schwebebahn-Wurm doch viel einfacher.
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Wer es nun genauer wissen möchte, kann sich das Stadtwappen mit dem Bergischen Löwen auf der Wikipedia-Seite zu Wuppertal ansehen.

Auch einen eigenen Eintrag zum Wupperwurm gibt es auf Wikipedia.

Mehr über die Schwebebahn gibt es in meinem Blogartikel Himmelseisenbahn – Die Schwebebahn in Wuppertal zu lesen.

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Zum Weiterlesen

Meike Nordmeyer

Hier bloggt Meike Nordmeyer, freie Journalistin aus Wuppertal. Auf ihrem Reiseblog meikemeilen schreibt sie über ihre Reisen rund um die Welt, und ihre liebsten Themen sind dabei Kultur und Genuss.

2 Replies to “Ein Wurm erzählt von Wuppertal

  1. Sehr schöne und interessante Geschichte… und ich kann dir nur zustimmen, wenn wirklich alles nur noch „fesch“ sein muss – verliert man irgendetwas… – Viele Grüße von einer ehemaligen Düsseldorferin…

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