Himmelseisenbahn – Die Schwebebahn in Wuppertal

Die Schwebebahn
Die Wuppertaler Schwebebahn im Abendlicht. Die Bahn ist nicht nur das Wahrzeichen der Großstadt im Bergischen Land, sondern auch ein Hauptverkehrsmittel für den Alltag. Die Schwebebahn transportiert an einem Werktag rund 80.000 Fahrgäste. © Foto: Meike Nordmeyer

Einmal im Leben durch Wuppertal schweben – ich liebe diesen Spruch über meine Heimatstadt. Er ist schön und wahr. Bei meinem Patenkind Louisa, das mit Eltern und Bruder Tobias in Mülheim an der Ruhr wohnt, habe ich für dieses Erlebnis im Tal der Wupper frühzeitig gesorgt. Ich habe die Geschwister eingeladen zu einem Besuch im Wuppertaler Zoo und zu einer Fahrt mit der Schwebebahn.

Natürlich sind wir an diesem Tag einmal die gesamte Strecke mit der Schwebebahn, also 13,3 Kilometer von Vohwinkel nach Oberbarmen gedüst. Dann sind wir wieder fröhlich zurückgeschaukelt. Sehr erfreut über diese wichtige Bildungsreise war auch Louisas Vater, ein waschechter Wuppertaler, der immer einen leicht wehmütigen Blick bekommt, wenn der Name seiner Heimatstadt fällt. Als ich die Kinder wieder zu Hause ablieferte, war die damals Fünfjährige müde von dem erlebnisreichen Ausflug. Sie hat sich erstmal auf die Couch geschmissen. Bei der Verabschiedung fragte sie mich dann: „Fahren wir bald wieder mit der ääähhh Himmelseisenbahn?“ Was für eine treffende Bezeichnung hat sie da gefunden!

„Aber das ist ja ein Engel!“ – das hatte Anfang der 1950 Jahre der französische Schriftsteller Jean Cocteau beim Anblick der Schwebebahn ausgerufen. Die Dichterin Else Lasker-Schüler, geboren in Elberfeld (heute ein Stadtteil von Wuppertal), bezeichnete das Gefährt hingegen als „stahlharten Drachen“, der ausgestattet sei „mit vielen Bahnhofsköpfen und sprühenden Augen“. Die Schwebebahn regt die Fantasie an. Immer wieder. Auch als Tausendfüßler wird sie gerne bezeichnet. Kein Wunder ist es, dass sie auch ein beliebtes Motiv für die Streetart in der Stadt bildet. Ein Beispiel dafür ist das folgende Bild an der Carnaper Straße, das viele Jahre lang dort eine Mauer zierte. Inwischen ist die Mauer gestrichen und das Bild damit leider auch übermalt worden.

 

Die Schwebebahn als Streetart
Die Schwebebahn auf Autohöhe – Streetart an der Carnaper Straße in Wuppertal Barmen. Inzwischen ist das Bild dort leider übermalt worden.
© Foto: Meike Nordmeyer

 

Die Schwebebahn als Streetart
Dieses Bild der Schwebebahn war zu sehen in der sonst nicht so schönen Unterführung am Wuppertaler Hauptbahnhof. Den Tunnel gibt es seit März 2015 nicht mehr. © Foto: Meike Nordmeyer

Ein weiteres Bild der Schwebebahn war viele Jahre lang in der sonst nicht so schönen Unterführung am Wuppertaler Hauptbahnhof zu sehen. Den Tunnel gibt es mittlerweile nicht mehr. Im Zuge der weitreichenden Neugestaltung des Döppersbergs, also des gesamten Gebietes um den Hauptbahnhof und vor der Fußgängerzone von Wuppertal Elberfeld, ist der Tunnel im Januar 2015 geschlossen und im folgenden März abgerissen worden. Ein völlig neuer Bahnhofsvorplatz und oberirdischer Übergang zur Fußgängerzone von Elberfeld sind dort seit Sommer 2014 errichtet worden. Der Wegfall der unschönen Unterführung ist kein Verlust, die Neugestaltung des Areals war überfällig. Das Foto erinnert an das schöne Stück Streetart mit der Schwebebahn, das gemeinsam mit einigen anderen den Tunnel wenigstens ein bisschen verschönert hat. Gut, dass ich das Bild fotografiert habe und mit diesem Beitrag eine Erinnerung daran bestehen bleibt.

 

Die Schwebebahn als Streetart
Die Schwebebahn inspiriert – seit einiger Zeit zeigt dieses Stück Streetart in Wuppertal einen neuen Schwebebahn-Wagen auf seiner Fahrt durch die Stadt. Zu finden ist es auf zwei Rollläden an einem Ärztehaus an der Schlossbleiche. © Foto: Meike Nordmeyer

Doch es gibt auch aktuell ein Stück Streetart, das die Schwebebahn zeigt. Seit einiger Zeit ist die Bahn in ganz neuem Look auf zwei Rollläden an einem Ärztehaus an der Schlossbleiche zu sehen. Dargestellt wird einer der Wagen aus der neuen Generation. Seit Februar 2016 sind die Neulinge zu Testfahrten auf die Strecke gegangen. Am 18. Dezember 2016 haben dann die ersten fünf hellblauen Wagen den Linienbetrieb mit Fahrgästen aufgenommen. Das war ein besonderer Tag für Wuppertal, der kräftig gefeiert wurde. Viele Schwebebahn-Fans von nah und von fern kamen an diesem Tag zur Strecke, um die neuen Wagen zu fotografieren und um mit ihnen endlich durch die Stadt zu gleiten. Mit der frischen Farbe passt die Bezeichnung Himmelseisenbahn nun noch besser als bisher schon. Jetzt heißt es also: Einmal im Leben in Himmelblau durch Wuppertal schweben!

Neuer Schwebebahnwagen
Wagen Nummer 02 der neuen Generation beim Start in den Fahrgastbetrieb am 18. Dezember 2016. Mit Applaus und Blasmusik wurde die Ankunft des Wagens am Bahnhof Kluse gefeiert. © Foto: Meike Nordmeyer

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Der Artikel  wurde erstmals veröffentlicht am 18. Oktober 2012, daraufhin mehrmals ergänzt, zuletzt aktualisiert am 12. Februar 2018.

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Meike Nordmeyer

Meike Nordmeyer

Hier bloggt Meike Nordmeyer, freie Journalistin aus Wuppertal. Auf ihrem Reiseblog meikemeilen schreibt sie über ihre Reisen rund um die Welt, und ihre liebsten Themen sind dabei Kultur und Genuss.

9 Replies to “Himmelseisenbahn – Die Schwebebahn in Wuppertal

  1. Ich hatte das Vergnügen, im April damit einmal zu fahren. Toll ist auch für alle Fahrgäste mit VRR Ticket, das man diese Bahn umsonst nutzen kann. Und es macht Spaß, wenn die Bahn in die Kurve geht, unter einem die Wupper oder wenn sie über die Straßen und Fußgänger schwebt.

  2. Die Schwebebahn auf der Klinikmauer habe ich hier erst richtig wahrgenommen, obwohl ich fast täglich draussen am Original vorbei fahre, oder laufe.

  3. …zu unserem Wahrzeichen fällt mir spontan Ringelnatz ein:

    WUPPER-WIPPCHEN
    Als in Elberfeld wir in der Schwebebahn
    Runter auf das Wupperwasser sahn
    Und dann plötzlich unsre Blicke hoben
    Gen einander ins Gesicht,
    Hätten wir uns eigentlich verloben
    Können. – Doch wir taten’s nicht.
    Weil man manchmal in der Schwebe Schweigen
    Vorzieht. Um bald wieder auszusteigen.

  4. Ein bißchen verspätet, aber hier meine Geschichte mit Besuch und Schwebebahn. Ostern waren unsere Freunde mit ihren zwei kleinen Töchtern bei uns zu Gast. Eine Schwebebahnfahrt war genau das Richtige für alle, weil wir auch zwischendurch aussteigen können und uns etwas anschauen und dann weiterfahren können. In unserem Falle mußten wir sogar öfter aussteigen, aber nicht um uns etwas anzuschauen, sondern um eine Haltestelle zu Fuß zu gehen. Die Mama der Kleinen ist nämlich „seekrank“ geworden und brauchte immer mal wieder feste Bretter unter den Füßen. Das passiere ihr auch auf Fähren und Schiffen, sagte sie – aber in der Schwebebahn hatte ich noch nie etwas von Seekrankheit gehört.

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