Bunte Haustüren an der Ostsee von Ahrenshoop bis Zingst

Bunte Türen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst
Schmuckstücke an Reetdachhäusern – bunte Haustüren auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Aufgenommen sind die Bilder in Zingst, Prerow, Born und Ahrenshoop. Ein mymeilengram mit neun Fotos von Meike Nordmeyer. (Bild lässt sich anklicken für eine größere Version.)

Bunte Haustüren haben ihren besonderen Reiz und so manche alte verzierte Holztür erzählt etwas von der Geschichte des Hauses und von der Region. Auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst an der Ostseeküste sind viele farbenfroh gestaltete Türen als traditionelle Schmuckstücke anzutreffen, vor allem an den schönen alten Reetdachhäusern. Für die bunten Haustüren sind vor allem der Darß und der Künstlerort Ahrenshoop bekannt. Während meines Aufenthalts auf der schönen Halbinsel zwischen Bodden und Ostsee habe ich aber auch viele im Ostseebad Zingst entdeckt. Das ist der Ort im östlichen Gebiet der dreiteiligen Halbinsel, in den ich mich als Ausgangspunkt für viele Ausflüge in der Gegend einquartiert habe.

Auf meinen Touren habe ich immer Ausschau gehalten nach den verzierten Haustüren und sogleich meine Kamera gezückt. Denn schnell war mir klar, dass ich nach der Reise eine Zusammenstellung davon machen werde in meiner Reihe mymeilengram, in der ich Mosaiken mit neun passenden Bildern zusammenstelle. Hier ist es also, das Mosaik mit neun Aufnahmen von bunten Haustüren aus den Orten Zingst, Prerow, Born und Ahrenshoop.

Seit mehr als 200 Jahren schon schmücken die hölzernen Kunstwerke die alten Schifferhäuser auf der Halbinsel und dort vor allem auf dem Darß, weshalb sie auch Darßer Türen heißen. Im Jahr 2018 wurden die Schmuckstücke aufgrund der damit über so lange Zeit erhaltenen traditionellen Handwerkstechnik in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Heute gibt es noch viele der alten Exemplare zu bewundern und auch viele jüngere Türen gesellen sich im gleichen Stil dazu. Mit ihnen greifen die Besitzer*innen neuerer Häuser die Tradition auf und bereichern damit ebenfalls das Bild in den Ortschaften.

Ob Einzel- oder Doppelflügeltür – auf den bunten Schmuckstücken der Häuser gibt es viel zu entdecken. Maritime Motive gehören dazu, Segelschiffe, Anker, Fische, Hummer – kein Wunder an der Ostseeküste. Auffallend ist aber auch, das zwei stilisierte Elemente sehr häufig auftauchen, das sind das Sonnenmotiv und der Tulpensstrauß. Die Sonne gehört auf dieser lichtdurchfluteten Halbinsel immer dazu und sie steht als Motiv für Leben, Wärme und Neuanfang. Der Tulpenstrauß ist ein Symbol für das Wachsen und Gedeihen.

Briefkasten wie bunte Türen
Briefkasten in Prerow gestaltet wie die typischen bunten Haustüren der Gegend. © Foto: Meike Nordmeyer

Eine Besonderheit bietet in diesem Zusammenhang die auffallend farbenfrohe Haustür, die im Mosaik auf dem ersten Bild oben links zu sehen ist. Diese zeigt eine Farbpalette mit Pinseln. Sie ziert das Haus, in dem die Touristeninfo im Künstlerort Ahrenshoop untergebracht ist und verweist damit auf schöne Weise auf das Thema Kunst, das diesen Ort so wunderbar prägt.

Eine Entdeckung habe ich zudem noch in Prerow auf dem Darß gemacht. Dort steht in einem Vorgarten ein Briefkasten, der im passenden Stil der Türen gestaltet ist – sogar mit kleiner Türklinke.

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Ausflugstipps für Fischland-Darß-Zingst
Das Ostseebad Zingst ist ein guter Ausgangspunkt für einen Aufenthalt auf der Halbinsel, um von dort aus viele Ausflüge auch ohne Auto zu unternehmen. Dafür gebe ich hier noch ein paar Tipps.

Die Buslinie 210 (ÖPNV, daher kostenfrei mit dem Deutschlandticket zu nutzen) fährt die gesamte Halbinsel entlang, somit sind von Zingst aus Touren nach Prerow und Born auf dem Darß sowie nach Ahrenshoop und Wustrow auf Fischland bequem machbar. Ahrenshoop ist besonders lohnend mit der vielen Kunst, die der Ort mit seiner Geschichte als Künstlerkolonie zu bieten hat. Dort gibt es ein Kunstmuseum sowie einen Kunstpfad auf den Spuren von Malern und ihren in der Landschaft angefertigten Werken. Zudem laden Künstlerhäuser, ein Kunstkate und andere Ausstellungsorte sowie Galerien zum Besuch ein. Dazu locken noch ein wunderschöner Strand und ein kleiner Hafen am Bodden. Nach Ahrenshoop bin ich von Zingst aus zweimal hingefahren, weil es so viel anzuschauen gab. Beim zweiten Mal bin ich dann von Ahrenshoop auf dem hohen Dünenweg nach Wustrow gelaufen. Das war eine lohnende kleine Wanderung, die auch für die Gelegenheit sorgte, den schönen Strand von Wustrow kennenzulernen. Von daaus ging es mit dem Bus bequem wieder zurück nach Zingst.

Der Darßer Leuchtturm
Der Darßer Leuchtturm an der Westküste, hier mit im Bild ein typischer Windflüchter. So werden die vom Wind markant geformten Bäume genannt. © Foto: Meike Nordmeyer

In den Nachbarort Prerow kommt man von Zingst sehr schnell mit dem Bus und von dort sollte man unbedingt eine Tour durch den Darßwald, zum grandiosen Darßer Weststrand und zum Darßer Leuchtturm unternehmen. Auf den Leuchtturm kann man hinaufsteigen. 134 Stufen sind es bis zum Umgang in rund 30 Metern Höhe. Oben bietet sich ein beeindruckener Blick über den Darßwald, den West­strand und die Ostsee und bei klarer Sicht bis hin zum Dornbusch auf Hiddensee und zur Kreide­küste der dänischen Insel Møn.

Der Darßer Leuchtturm steht mitten im National­park Vorpommersche Bodden­landschaft. Autos dürfen in dem Naturschutzgebiet nicht fahren. Der Ausflug lässt sich von Prerow aus sehr gut mit einer Pferdekutsche unternehmen. Die fährt in der Zeit von Mai bis Oktober sozusagen im Linienbetrieb zweimal täglich vom Bernsteinweg aus. Eine einfache Strecke kostet 8 Euro pro Person (Stand der Info August 2023). Achtung: In der Kutsche fahren auch viele Mücken mit. Unbedingt vorher gut mit schützenden Mittel einsprayen! Auch mit dem Fahrrad oder als Wanderung ist die etwa 5 Kilometer lange Strecke gut machbar.

Eine Tour in die selbsternannte “Vinetastadt” Barth lohnt sich ebenfalls und ist von Zingst aus mit der Buslinie 210 in die andere Richtung gut erreichbar. Vom idyllischen Zingster Hafen aus bieten sich zudem verschiedene Bootstouren auf dem Bodden an. Von dort kann man auch mit einer Fähre über den Bodden nach Barth fahren.

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Der Aufenthalt in Zingst war eine private Urlaubsreise, in der ich viele Ausflüge auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst unternommen habe. Anreise, Unterkunft, Verpflegung und Ausflüge habe ich komplett selbst finanziert ohne jede Einladung.

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